Telefon

Ratgeber · Frauengesundheit

Scheidensenkung: Ursachen, Symptome und was wirklich hilft

Eine Scheidensenkung betrifft viele Frauen — besonders nach Geburten und in den Wechseljahren. Doch sie ist kein Schicksal: Gezielte Therapien, Beckenbodentraining und die richtige Unterstützung im Alltag können die Lebensqualität deutlich verbessern.

Ärztin im vertrauensvollen Gespräch mit einer älteren Patientin in einer hellen Praxis
  • kostenlose Pflegebox mit Pflegegrad 1-5
  • monatlich frei Haus geliefert

Scheidensenkung auf einen Blick

Was ist das?

Die Scheide sinkt aus ihrer normalen Position im Becken ab — verursacht durch geschwächte Beckenbodenmuskeln und Bindegewebe.

Wen betrifft es?

Vor allem Frauen nach vaginalen Geburten, in den Wechseljahren oder mit Bindegewebsschwäche. Auch Übergewicht erhöht das Risiko.

Was hilft?

Beckenbodentraining, Pessartherapie und bei Bedarf eine Operation. Frühzeitige Diagnose verbessert die Prognose erheblich.

Was ist eine Scheidensenkung?

Bei einer Scheidensenkung (medizinisch: Descensus vaginalis) sinkt die Scheide aus ihrer normalen Position im Becken in Richtung Scheidenöffnung ab. Die Muskeln und Bänder des Beckenbodens, die die Scheide und benachbarte Organe wie Blase und Enddarm stützen, sind geschwächt und können ihre Haltefunktion nicht mehr ausreichend erfüllen.

Unterschieden wird zwischen der Absenkung der vorderen Scheidenwand (oft mit Beteiligung der Blase) und der hinteren Scheidenwand (oft mit Beteiligung des Enddarms). Häufig tritt die Scheidensenkung zusammen mit einer Gebärmuttersenkung oder Blasensenkung auf.

Ein sogenannter Scheidenvorfall (Vaginalprolaps) liegt vor, wenn die Senkung so weit fortgeschritten ist, dass Teile der Scheide aus der Scheidenöffnung hervortreten. Das passiert nicht plötzlich — die Senkung entwickelt sich schleichend und ist anfangs oft symptomlos. Eine leichte Scheidensenkung während oder nach den Wechseljahren ist durchaus häufig.


Ursachen einer Scheidensenkung

Die Ursachen sind vielfältig — meist liegt eine Kombination mehrerer Faktoren vor.

Schwangerschaft & Geburt

Vaginale Geburten belasten den Beckenboden stark. Mehrere Geburten und unzureichende Rückbildung erhöhen das Risiko zusätzlich.

Alter & Wechseljahre

Mit zunehmendem Alter nimmt die Elastizität des Bindegewebes ab. Der sinkende Östrogenspiegel in den Wechseljahren beschleunigt diesen Prozess.

Übergewicht

Zusätzliches Körpergewicht erhöht den Druck auf den Beckenboden und kann die Stützstrukturen dauerhaft überdehnen.

Chronischer Husten

Anhaltender Husten — etwa durch Rauchen oder Asthma — erhöht den Druck im Bauchraum und beansprucht den Beckenboden.

Schweres Heben

Regelmäßiges Heben schwerer Lasten — ob im Beruf oder im Alltag — kann Muskeln und Bindegewebe des Beckenbodens lockern.

Veranlagung & Voroperationen

Genetische Bindegewebsschwäche und Eingriffe im Beckenbereich (z. B. Gebärmutterentfernung) können das Risiko erhöhen.

Gut zu wissen: Stadien der Scheidensenkung

Mediziner unterscheiden vier Schweregrade: Grad I — leichte Senkung innerhalb der Scheide. Grad II — Senkung bis zum Scheideneingang. Grad III — teilweiser Vorfall über den Scheideneingang hinaus. Grad IV — kompletter Vorfall (Totalprolaps). Die Behandlung richtet sich nach dem Stadium und den individuellen Beschwerden.


Typische Symptome einer Scheidensenkung

Die Beschwerden hängen vom Schweregrad ab. Manche Frauen bemerken anfangs kaum etwas — andere leiden unter deutlichen Einschränkungen.

Häufige Anzeichen

  • Druckgefühl im Becken — als ob etwas nach unten drückt oder ein Fremdkörper in der Scheide sitzt
  • Tastbare Vorwölbung an der Scheidenöffnung bei fortgeschrittener Senkung
  • Häufiger Harndrang (Pollakisurie) und ungewollter Urinverlust (Belastungsinkontinenz)
  • Probleme beim Stuhlgang — Verstopfung oder Stuhlinkontinenz bei Beteiligung des Enddarms

Weitere Beschwerden

  • Schmerzen beim Geschlechtsverkehr (Dyspareunie) durch die veränderte Lage der Scheide
  • Rückenschmerzen im Bereich des unteren Rückens und Beckens
  • Wiederkehrende Harnwegsinfektionen durch die Senkung der Blase
  • Einschränkungen beim Gehen und Stehen in schweren Fällen

Nicht alle Frauen mit einer Scheidensenkung verspüren Symptome. Manchmal wird die Senkung erst bei einer Routineuntersuchung entdeckt. Wenn Sie jedoch eines der genannten Anzeichen bei sich feststellen, sollten Sie zeitnah Ihre Gynäkologin oder Ihren Gynäkologen aufsuchen.

Diagnose: So wird eine Scheidensenkung festgestellt

Die Diagnose erfolgt in der Regel durch eine gynäkologische Untersuchung. Ihre Ärztin beurteilt den Schweregrad der Senkung im Liegen und Stehen und fragt gezielt nach Ihren Beschwerden.

Ergänzend können eine Ultraschalluntersuchung und eine urodynamische Messung eingesetzt werden — besonders wenn eine Inkontinenz vorliegt. So lässt sich die Funktion von Blase und Harnröhre genau beurteilen und die beste Therapie planen.

Physiotherapeutin erklärt einer Patientin die Beckenanatomie anhand eines Modells

Behandlungsmöglichkeiten

Die Therapie richtet sich nach dem Schweregrad und den individuellen Beschwerden. In vielen Fällen lässt sich eine Operation vermeiden.

Beckenbodentraining

Gezielte Beckenbodenübungen stärken die Muskulatur und können die Symptome deutlich verbessern. Regelmäßigkeit ist entscheidend — am besten unter Anleitung einer Physiotherapeutin.

Pessartherapie

Ein Pessar — ein Ring oder eine Schale aus Silikon — wird in die Scheide eingesetzt und stützt die abgesenkten Organe. Die Anpassung erfolgt ärztlich.

Östrogencreme

In den Wechseljahren kann eine lokale Östrogentherapie das Scheidengewebe stärken und die Elastizität verbessern. Diese Behandlung wird häufig ergänzend eingesetzt.

Operation

Bei ausgeprägter Senkung kann ein chirurgischer Eingriff die Scheide und benachbarte Organe wieder in ihre normale Position bringen. Die Methode hängt vom individuellen Befund ab.

Wann sollten Sie unbedingt zum Arzt?

Suchen Sie zeitnah Ihre Gynäkologin oder Ihren Gynäkologen auf, wenn Sie ein anhaltendes Druck- oder Fremdkörpergefühl im Becken bemerken, eine Vorwölbung am Scheideneingang tasten, unter ungewolltem Urinverlust leiden oder wiederholt Harnwegsinfektionen haben. Frühzeitige Diagnose und Behandlung können das Fortschreiten der Senkung verlangsamen und Ihre Lebensqualität deutlich verbessern.

Ihre persönliche Pflegebox – monatlich und bequem nach Hause geliefert.

  • Kostenlos: Ab Pflegegrad 1 und häuslicher Pflege
  • Flexibel: Passen Sie Ihre Box jederzeit an Ihre Bedürfnisse an.
  • Einfach: Bestellen Sie bequem online und verwalten Sie Ihre Lieferungen im Kundenportal.
  • Sorglos: Alles, was Sie für Ihre Pflege benötigen, in einer Box.
  • Zuverlässig: Monatliche Lieferung direkt zu Ihnen nach Hause.
Pflegebox mit Smartphone am See bestellen

So beugen Sie einer Scheidensenkung vor

Eine Scheidensenkung lässt sich nicht in jedem Fall verhindern. Doch Sie können das Risiko mit einfachen Maßnahmen im Alltag deutlich senken.

Bewegung & Training

  • Beckenbodentraining — am besten schon ab der ersten Schwangerschaft, idealerweise unter fachlicher Anleitung
  • Beckenbodenschonender Sport — Yoga, Pilates, Schwimmen, Walken oder Radfahren
  • Richtiges Heben — schwere Lasten aus den Beinen heben, nicht aus dem Rücken

Lebensstil & Ernährung

  • Gesundes Gewicht halten — weniger Druck auf den Beckenboden
  • Ballaststoffreich essen — beugt Verstopfung und starkem Pressen beim Stuhlgang vor
  • Rauchen aufhören — chronischer Husten ist ein unterschätzter Risikofaktor

Tipp: Beckenbodenübungen im Alltag

Beckenbodentraining lässt sich leicht in den Alltag integrieren: Spannen Sie den Beckenboden beim Warten an der Ampel, beim Zähneputzen oder beim Telefonieren für einige Sekunden an und lassen Sie dann bewusst wieder los. Bereits dreimal täglich fünf Minuten können spürbare Ergebnisse bringen. Ausführliche Übungsanleitungen finden Sie in unserem Ratgeber zu Beckenbodenübungen für die Frau.

Pflege bei Beckenbodenschwäche und Inkontinenz

Auch wenn eine Scheidensenkung keine klassische Pflegeerkrankung ist, spielen Aspekte der Pflege und Hygiene eine wichtige Rolle. Frauen mit fortgeschrittener Beckenbodenschwäche und begleitender Inkontinenz benötigen häufig Unterstützung bei der täglichen Körperpflege.

Spezielle Inkontinenzprodukte wie Einlagen, Vorlagen und Pants können den Alltag sicher gestalten. Diese Produkte sind als Pflegehilfsmittel zum Verbrauch über die Pflegekasse erhältlich — monatlich bis zu 42 € gemäß § 40 SGB XI. Voraussetzung ist ein anerkannter Pflegegrad.

Eine Pflegebox mit individuell zusammengestellten Pflegehilfsmitteln wird bequem nach Hause geliefert und erleichtert die Versorgung spürbar. Achten Sie zudem auf eine gute Hautpflege im Intimbereich, um Reizungen und Infektionen vorzubeugen.


Häufig gestellte Fragen

Fazit

Die Scheidensenkung ist ein weit verbreitetes Problem, über das viele Frauen aus Scham nicht sprechen. Dabei gibt es heute wirksame Behandlungsmethoden — von Beckenbodentraining über Pessare bis hin zu operativen Eingriffen. Entscheidend ist, frühzeitig ärztlichen Rat zu suchen. Je eher eine Senkung erkannt wird, desto besser lässt sie sich behandeln und desto höher bleibt die Lebensqualität.

Hinweis: Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Beratung. Wenn Sie Beschwerden haben, wenden Sie sich bitte an Ihre Ärztin oder Ihren Arzt.

Pflegebox bestellen: Entlastung für die Pflege zu Hause

Bestellen Sie jetzt Ihre individuelle Pflegebox und erhalten Sie monatlich kostenlose Pflegehilfsmittel im Wert von bis zu 42€.