Ratgeber · Mentale Gesundheit

Depressionen: Formen, Symptome und Behandlung

Depression ist keine Schwäche und kein normaler Teil des Alterns — sie ist eine ernste Erkrankung, die jeden treffen kann. Frauen erkranken etwa doppelt so häufig wie Männer. Die gute Nachricht: Depressionen sind gut behandelbar, wenn sie erkannt werden.

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Ratgeber

Orientierung für Pflegebedürftige und Angehörige

Diese Seite ordnet das Thema verständlich ein, nennt wichtige Warnzeichen und zeigt, welche nächsten Schritte im Alltag sinnvoll sein können.

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Was ist eine Depression?

Eine Depression ist eine psychische Erkrankung, die weit über normale Traurigkeit hinausgeht. Betroffene fühlen sich über Wochen hinweg niedergeschlagen, verlieren ihre Interessen und sind energie- und freudlos. Die Symptome müssen mindestens zwei Wochen anhalten, um als Depression diagnostiziert zu werden.

Formen von Depressionen

Unipolare Depression

Die häufigste Form. Anhaltende Niedergeschlagenheit, Interessenverlust und Antriebslosigkeit. Kann leicht, mittelschwer oder schwer verlaufen.

Dysthymie

Eine chronische, aber mildere Form. Die Symptome halten mindestens zwei Jahre an. Betroffene funktionieren oft noch, fühlen sich aber dauerhaft „grau“.

Bipolare Störung

Wechsel zwischen depressiven Phasen und manischen Episoden (übersteigerter Antrieb, Euphorie, riskantes Verhalten). Erfordert spezielle Behandlung.

Symptome erkennen

Psychische Symptome:

  • Anhaltende Traurigkeit, Hoffnungslosigkeit
  • Verlust von Interesse und Freude
  • Konzentrationsprobleme
  • Schuldgefühle, Wertlosigkeit
  • Gedanken an den Tod oder Suizid

Körperliche Symptome:

  • Schlafstörungen (zu viel oder zu wenig)
  • Appetitveränderungen, Gewichtsveränderung
  • Erschöpfung, Energielosigkeit
  • Kopf-, Rücken- oder Magenschmerzen
  • Bei Männern oft: Reizbarkeit, Aggression

In akuter Not: Telefonseelsorge 0800 111 0 111 (kostenlos, 24/7) oder Notruf 112.

Ursachen und Risikofaktoren

  • Genetik: Bei familiärer Vorbelastung ist das Risiko bis zu 50 % höher
  • Neurobiologie: Ungleichgewicht von Serotonin, Noradrenalin und Dopamin
  • Lebensumstände: Verluste, Einsamkeit, Pflegebedürftigkeit, finanzielle Sorgen
  • Chronische Krankheiten: Schmerzen, Bewegungseinschränkungen und Medikamentennebenwirkungen begünstigen Depressionen
  • Persönlichkeit: Perfektionismus, geringes Selbstwertgefühl, mangelnde Stressbewältigung

Behandlung

Psychotherapie

  • Kognitive Verhaltenstherapie (KVT) — am besten erforscht
  • Interpersonelle Therapie
  • Auch im Alter wirksam und von der Kasse erstattet

Weitere Maßnahmen

  • Antidepressiva (bei mittleren/schweren Formen)
  • Regelmäßige Bewegung — nachweislich antidepressiv
  • Feste Tagesstruktur, soziale Kontakte
  • Lichttherapie bei saisonaler Depression

Depressionen und Pflege

Pflegebedürftige und pflegende Angehörige sind besonders gefährdet. Die Belastung durch die Pflegesituation, sozialer Rückzug und das Gefühl von Hilflosigkeit können Depressionen auslösen oder verstärken. Gerade bei älteren Menschen zeigt sich die Erkrankung oft anders — mehr dazu lesen Sie in unserem Ratgeber Depressionen im Alter. Auch soziale Isolation und Angstzustände im Alter können eine Depression begünstigen. Achten Sie auf Warnsignale bei sich selbst und beim Pflegebedürftigen — und scheuen Sie sich nicht, professionelle Hilfe zu suchen. Einen umfassenden Überblick bietet unser Ratgeber zur psychischen Gesundheit in der Pflege.

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