Wissen für die Pflege zu Hause

Pflegekurse für pflegende Angehörige: kostenlos, praxisnah, gesetzlich verbrieft

Wer einen lieben Menschen zu Hause pflegt, muss das nicht allein herausfinden. Kostenlose Pflegekurse nach § 45 SGB XI vermitteln sichere Handgriffe, schützen den eigenen Rücken und geben Halt — als Gruppenkurs, online oder als Schulung bei Ihnen zu Hause.

  • Kostenlos für Angehörige
  • Gesetzlich verbrieft (§ 45 SGB XI)
  • Gruppe, online oder zu Hause
  • Anmeldung über die Pflegekasse
Kurze Antwort

Pflegekurse auf einen Blick

Drei Dinge vorweg, die pflegenden Angehörigen den Einstieg in einen Pflegekurs erleichtern.

  • Pflegekurse sind kostenlos. Pflegende Angehörige haben nach § 45 SGB XI einen gesetzlichen Anspruch auf unentgeltliche Schulung — die Pflegekasse der pflegebedürftigen Person trägt die Kosten.
  • Sie wählen das Format. Vom Gruppenkurs vor Ort über den Online-Kurs bis zur individuellen Schulung zu Hause am eigenen Pflegebett — je nach Zeit, Situation und Lerntyp.
  • Ein Anruf bei der Pflegekasse genügt. Sie nennt anerkannte Kursanbieter oder bietet Kurse selbst an. Ein Pflegegrad ist dafür nicht zwingend nötig — Vorbereitung lohnt sich auch früh.
Schnellüberblick

Pflegekurse in Zahlen

  • Kosten kostenlos die Pflegekasse trägt die Gebühren (§ 45 SGB XI)
  • Rechtsanspruch § 45 SGB XI Pflegekurse für Angehörige und Ehrenamtliche
  • Kursformen 4 Wege Gruppe, online, Schulung zu Hause, Spezialkurse
  • Voraussetzung kein Pflegegrad nötig auch vorbeugend, vor der Begutachtung
Der Nutzen

Warum sich ein Pflegekurs lohnt

Warum sich ein Pflegekurs lohnt

Wer einen Angehörigen zu Hause pflegt, lernt vieles über Nacht — oft ohne Anleitung, durch Versuch und Irrtum. Ein Pflegekurs gibt diesem Lernen einen sicheren Rahmen: Fachkräfte zeigen praxisnah, wie Pflege gelingt, ohne den eigenen Rücken zu ruinieren und ohne die gepflegte Person zu gefährden.

Der Gewinn ist dreifach — mehr Sicherheit in den täglichen Handgriffen, mehr Schonung der eigenen Gesundheit und der Austausch mit Menschen in einer ähnlichen Lage. Gerade dieser Kontakt entlastet oft mehr als erwartet.

Pflegefachkraft und Seniorin lachen gemeinsam — Pflegekurs vermittelt Sicherheit im Pflegealltag
Ein Pflegekurs gibt dem Lernen einen sicheren Rahmen — und macht den Pflegealltag leichter und sicherer.
Drei Gewinne

Was Sie aus einem Pflegekurs mitnehmen

Mehr Sicherheit in den täglichen Handgriffen, Schonung der eigenen Gesundheit und der Austausch mit anderen Pflegenden — das macht den Unterschied im Alltag.

  • Sicherheit

    Konkrete Handgriffe für Körperpflege, Lagerung und Medikamentengabe geben Sicherheit — und nehmen die Angst, etwas falsch zu machen. Vieles wird im Kurs direkt geübt.

  • Rücken schonen

    Heben, Stützen und Umlagern gehen auf den Rücken. Im Kurs lernen Sie rückenschonende und kinästhetische Techniken, die Ihre Gelenke und Bandscheiben über Jahre schützen.

  • Austausch

    In der Gruppe treffen Sie auf Menschen in einer ähnlichen Situation. Aus diesem Austausch entstehen praktische Tipps — und oft tragfähige Kontakte, die im Pflegealltag entlasten.

Kursinhalte

Was im Pflegekurs vermittelt wird

Die Themen orientieren sich am wirklichen Pflegealltag. Vieles wird praxisnah geübt — nicht nur theoretisch erklärt.

  • Körperpflege & Lagerung

    Waschen, Ankleiden, sicheres Umlagern und Mobilisieren — die Handgriffe, die im Pflegealltag jeden Tag gebraucht werden, Schritt für Schritt erklärt und geübt.

  • Ernährung & Hygiene

    Was bei Ernährung und Flüssigkeit zu beachten ist, wie Hygiene im Haushalt gelingt und welche Pflegehilfsmittel den Alltag erleichtern.

  • Umgang mit Inkontinenz

    Sachlicher, würdevoller Umgang mit Inkontinenz und der passende Einsatz von Hilfsmitteln. Hintergründe vertieft der Bereich Inkontinenz & Hygiene.

  • Kommunikation bei Demenz

    Wie Verständigung gelingt, wenn Worte schwerer fallen — Geduld, Orientierung und der ruhige Umgang mit herausforderndem Verhalten.

  • Leistungen & Recht

    Welche Leistungen der Pflegeversicherung Ihnen zustehen, wie Anträge laufen und was bei Vollmacht und Vorsorge wichtig ist — ein Überblick, der den Einstieg in die Pflegegrade erleichtert.

  • Selbstfürsorge

    Wie Sie eigene Grenzen erkennen, Pausen einplanen und Überlastung vorbeugen. Denn dauerhafte Pflege gelingt nur, wenn die Pflegenden selbst gesund bleiben.

Vier Wege

Welche Kursformen es gibt

Sie wählen das Format, das zu Ihrer Zeit und Situation passt — von der festen Gruppe über das flexible Webinar bis zur individuellen Schulung am eigenen Pflegebett.

  • Gruppenkurs vor Ort

    Mehrere Termine in einer festen Gruppe, oft bei der Pflegekasse, der Volkshochschule oder Wohlfahrtsverbänden wie DRK oder Caritas. Hier zählt das gemeinsame Üben und der Austausch.

  • Online-Kurs

    Webinare und E-Learning, die Sie zeitlich flexibel von zu Hause aus absolvieren. Ideal, wenn die Pflege wenig Spielraum für feste Termine außer Haus lässt.

  • Schulung zu Hause

    Eine Pflegefachkraft kommt in Ihre Wohnung und schult Sie individuell an der konkreten Pflegesituation — am eigenen Bett, mit den eigenen Hilfsmitteln. Besonders praxisnah.

  • Spezialkurse

    Vertiefende Kurse zu einzelnen Themen — etwa Demenz, Schlaganfall oder Palliativpflege. Sinnvoll, wenn die Pflege eine bestimmte Erkrankung in den Mittelpunkt stellt.

Pflegende Angehörige im Gespräch — Austausch und gemeinsames Lernen im Pflegekurs
Gruppenkurse leben vom Austausch: Aus dem Kontakt mit anderen Pflegenden entstehen praktische Tipps und tragfähige Verbindungen.
So finden Sie einen Kurs

In vier Schritten zum Pflegekurs

Der Weg zum kostenlosen Kurs ist kurz — wichtig ist nur, gleich die richtige Pflegekasse anzusprechen.

  1. Pflegekasse kontaktieren

    Ein Anruf oder eine kurze Nachricht an die Pflegekasse genügt. Sie ist erster Ansprechpartner für Pflegekurse — sie bietet eigene Kurse an oder nennt anerkannte Anbieter in Ihrer Nähe.

  2. Richtige Pflegekasse wählen

    Zuständig ist die Pflegekasse der pflegebedürftigen Person, nicht Ihre eigene. Sie ist an die jeweilige Krankenkasse angegliedert — ein häufiges Missverständnis, das Sie sich so ersparen.

  3. Format und Termin festlegen

    Wählen Sie das Format, das zu Ihrer Situation passt — Gruppe, online oder Schulung zu Hause. Anbieter vor Ort sind oft auch Volkshochschulen sowie DRK, Caritas und andere Wohlfahrtsverbände.

  4. Kostenlos teilnehmen

    Die Teilnahme ist für Sie kostenfrei — die Gebühren trägt die Pflegekasse im Rahmen von § 45 SGB XI. Ein anerkannter Pflegegrad ist dafür nicht zwingend Voraussetzung.

Wissen plus Hilfsmittel

Pflegekurs und Pflegebox ergänzen sich

Ein Pflegekurs vermittelt das Können, die Pflegehilfsmittel zum Verbrauch liefern das Material. Wichtig ist die saubere Abgrenzung der einzelnen Leistungen.

  • Wissen plus Hilfsmittel: zwei Bausteine, ein Ziel

    Ein Pflegekurs vermittelt das Können — die passenden Pflegehilfsmittel zum Verbrauch liefern das nötige Material. Beides zusammen macht die Pflege zu Hause sicherer und leichter.

  • Pflegehilfsmittel über die Pflegebox

    Bei anerkanntem Pflegegrad stehen Hygiene- und Schutzartikel wie Einmalhandschuhe, Händedesinfektion, Bettschutzeinlagen und Mundschutz im Rahmen der gesetzlichen Pauschale von bis zu 42 € im Monat (§ 40 SGB XI) zu — in der Regel ohne Eigenanteil und nur bei Anspruch und Genehmigung. Bequem als monatliche Pflegebox.

  • Klar getrennt: § 45 und § 40 SGB XI

    Der Pflegekurs selbst läuft über § 45 SGB XI (Schulung), die Verbrauchshilfsmittel über § 40 SGB XI (Pauschale). Aufsaugende Inkontinenzprodukte wiederum sind Hilfsmittel nach § 33 SGB V und werden ärztlich verordnet — nicht über die 42-€-Pauschale.

Kurz gesagt: Der Kurs läuft über § 45 SGB XI (Schulung), Verbrauchshilfsmittel über die 42-€-Pauschale (§ 40 SGB XI) — aufsaugende Inkontinenzprodukte dagegen über die ärztliche Verordnung (§ 33 SGB V).

Lieferung der Pflegebox an die Haustür
Passend zum neu gewonnenen Wissen: Die monatliche Pflegebox kommt frei Haus — sanus+ unterstützt bei Antrag und Abrechnung mit der Pflegekasse.
Häufige Fragen

Häufige Fragen zu Pflegekursen

Antworten auf die Fragen, die pflegende Angehörige rund um den Pflegekurs am häufigsten stellen.

Was kostet ein Pflegekurs für Angehörige?

Für Sie nichts. Pflegende Angehörige und ehrenamtlich Pflegende haben nach § 45 SGB XI einen gesetzlichen Anspruch auf unentgeltliche Schulung. Die Kosten trägt die Pflegekasse der pflegebedürftigen Person — unabhängig davon, ob der Kurs als Gruppe, online oder als Schulung zu Hause stattfindet.

Brauche ich für einen Pflegekurs einen Pflegegrad?

Nein, ein anerkannter Pflegegrad ist nicht zwingend Voraussetzung. Pflegekurse stehen Angehörigen, Freunden, Nachbarn und Ehrenamtlichen offen, die unentgeltlich pflegen oder pflegen möchten. Es lohnt sich sogar, einen Kurs vorbeugend zu besuchen, bevor die Pflege beginnt oder ein Pflegegrad festgestellt ist.

Welche Inhalte werden im Pflegekurs vermittelt?

Typische Themen sind Körperpflege, sicheres Lagern und Mobilisieren, Ernährung und Hygiene, der Umgang mit Inkontinenz, Kommunikation bei Demenz, ein Überblick über Leistungen und rechtliche Fragen sowie die eigene Selbstfürsorge. Vieles wird praxisnah geübt, nicht nur theoretisch erklärt.

Welche Kursformen gibt es?

Vier Wege: der Gruppenkurs vor Ort (z. B. bei der Pflegekasse, Volkshochschule oder Wohlfahrtsverbänden), der Online-Kurs als zeitlich flexibles Webinar oder E-Learning, die individuelle Schulung zu Hause durch eine Pflegefachkraft sowie Spezialkurse zu einzelnen Themen wie Demenz, Schlaganfall oder Palliativpflege.

Was ist eine Schulung zu Hause?

Bei der Schulung zu Hause kommt eine Pflegefachkraft in Ihre Wohnung und schult Sie individuell an der konkreten Pflegesituation — am eigenen Pflegebett und mit den eigenen Hilfsmitteln. Das ist besonders praxisnah, weil genau die Handgriffe geübt werden, die im Alltag wirklich gebraucht werden.

Wie melde ich mich für einen Pflegekurs an?

Wenden Sie sich an die Pflegekasse der pflegebedürftigen Person — sie ist erster Ansprechpartner, bietet eigene Kurse an oder nennt anerkannte Anbieter in Ihrer Nähe. Wichtig: Zuständig ist die Pflegekasse der gepflegten Person, nicht Ihre eigene. Daneben bieten Volkshochschulen sowie DRK, Caritas und andere Wohlfahrtsverbände Kurse an.

Welche Pflegekasse ist für den Kurs zuständig?

Die Pflegekasse der pflegebedürftigen Person, nicht die der pflegenden Angehörigen. Die Pflegekasse ist jeweils an die Krankenkasse angegliedert. Das wird häufig verwechselt — wer gleich die richtige Kasse anspricht, spart sich einen Umweg.

Bringt ein Pflegekurs auch ohne medizinische Vorkenntnisse etwas?

Ja, gerade dann. Pflegekurse richten sich ausdrücklich an Laien und setzen keine medizinischen Vorkenntnisse voraus. Sie vermitteln Schritt für Schritt die Grundlagen, geben Sicherheit bei den täglichen Handgriffen und zeigen, wie Sie Ihren eigenen Rücken schonen.

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Pflegehilfsmittel zum Verbrauch — bequem über die Pflegebox

Bei anerkanntem Pflegegrad können Verbrauchsartikel wie Handschuhe, Desinfektion und Bettschutzeinlagen über die monatliche Pflegebox laufen — im Rahmen der Pauschale von bis zu 42 €, bei Anspruch und Genehmigung in der Regel ohne Eigenanteil. sanus+ klärt den Antrag mit Ihrer Pflegekasse.