Was ist Mangelernährung?
Mangelernährung liegt vor, wenn der Körper über längere Zeit nicht ausreichend mit Energie und Nährstoffen versorgt wird. Man unterscheidet zwei Formen:
- Quantitative Mangelernährung: Zu wenig Kalorien insgesamt — der Körper baut Gewicht und Muskelmasse ab
- Qualitative Mangelernährung: Ausreichend Kalorien, aber zu wenig Vitamine, Mineralstoffe oder Eiweiß — trotz normalem Gewicht können Mängel bestehen
Warnsignale — nicht ignorieren!
Körperliche Anzeichen:
- Ungewollter Gewichtsverlust (mehr als 5 % in 1 Monat oder 10 % in 6 Monaten)
- Muskelschwund, Kraftverlust
- Haarausfall, brüchige Nägel
- Trockene, schuppige Haut
- Schlechte Wundheilung
- Häufige Infekte
Psychische Anzeichen:
- Müdigkeit, Antriebslosigkeit
- Konzentrationsprobleme
- Reizbarkeit, Stimmungsschwankungen
- Apathie, Rückzug
Bei anhaltenden Symptomen: Hausarzt aufsuchen!
Ursachen von Mangelernährung im Alter
Körperliche Ursachen
- Kau- und Schluckbeschwerden
- Nachlassendes Geschmacks-/Geruchsempfinden
- Chronische Erkrankungen (Krebs, Demenz, Diabetes)
- Medikamentennebenwirkungen
- Verdauungsprobleme
Soziale Ursachen
- Einsamkeit (allein essen macht keinen Spaß)
- Finanzielle Einschränkungen
- Fehlende Einkaufsmöglichkeiten oder Kochfähigkeit
- Trauer und Depression
- Mangelndes Wissen über altersgerechte Ernährung
Was tun bei Mangelernährung?
- Arzt konsultieren: Blutbild, Gewichtsverlauf und Ernährungszustand überprüfen lassen
- Ursachen behandeln: Schluckstörungen (Logopädie), Zahnprobleme, Depression, Medikamenten-Check
- Kalorienreich essen: Avocados, Nüsse, hochwertige Öle, Vollfett-Milchprodukte, Sahne in Suppen
- Eiweiß erhöhen: 1–1,2 g pro kg Körpergewicht, verteilt über den Tag
- Appetit anregen: Frische Kräuter, gemeinsame Mahlzeiten, ansprechende Anrichtung
- Trinknahrung: Hochkalorische Drinks als Ergänzung — nach ärztlicher Verordnung
- Ernährungsberatung: Individueller Plan durch einen Ernährungsberater
Mangelernährung bei Pflegebedürftigen
Pflegebedürftige sind besonders gefährdet: Demenz lässt das Hunger- und Durstgefühl schwinden, Immobilität reduziert den Appetit, und bei Dysphagie wird Essen zur Herausforderung. Pflegende Angehörige sollten das Gewicht regelmäßig kontrollieren, ein Ernährungstagebuch führen und bei Bedarf frühzeitig den Arzt einbeziehen. Mehr zum Thema: Ernährung im Alter.