Ratgeber · Pflege zu Hause

Wundliegen (Dekubitus): Ursachen, Symptome und Vorbeugung

Dekubitus — auch Wundliegen oder Druckgeschwür genannt — ist eine der häufigsten Komplikationen in der häuslichen Pflege. Die gute Nachricht: Mit dem richtigen Wissen lässt er sich in den meisten Fällen vermeiden.

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Ratgeber

Orientierung für Pflegebedürftige und Angehörige

Diese Seite ordnet das Thema verständlich ein, nennt wichtige Warnzeichen und zeigt, welche nächsten Schritte im Alltag sinnvoll sein können.

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Was ist Dekubitus?

Dekubitus entsteht durch anhaltenden Druck auf die Haut und das darunterliegende Gewebe — meist an Körperstellen, an denen Knochen nahe unter der Haut liegen. Wird die Durchblutung über längere Zeit unterbrochen, stirbt das Gewebe ab (Nekrose). Besonders gefährdet sind bettlägerige oder immobile Personen, die ihre Position nicht selbstständig wechseln können.

Gefährdete Körperstellen

Im Liegen

Kreuzbein/Steißbein, Fersen, Hinterkopf, Schulterblätter, Ellenbogen. Diese Stellen tragen in Rückenlage das meiste Gewicht.

Im Sitzen

Gesäß (Sitzbeinhöcker), Steißbein, Schulterblätter. Besonders bei langem Sitzen im Rollstuhl ohne Positionswechsel.

Risikofaktoren

Immobilität, Unterernährung, Dehydration, Inkontinenz (Feuchtigkeit weicht die Haut auf), Durchblutungsstörungen, Diabetes.

Symptome erkennen — frühzeitig handeln!

  • Grad 1: Hautrötung, die bei Fingerdruck nicht verblasst (Fingertest). Die Haut ist noch intakt.
  • Grad 2: Blasenbildung oder offene, oberflächliche Wunde. Die obere Hautschicht ist beschädigt.
  • Grad 3: Tiefe, offene Wunde bis ins Unterhautgewebe. Sichtbare Gewebeschädigung.
  • Grad 4: Zerstörung aller Hautschichten bis auf Knochen, Sehnen oder Muskeln. Nekrose (abgestorbenes Gewebe).

Ab Grad 2 unbedingt den Arzt einschalten! Je früher ein Dekubitus erkannt wird, desto besser die Heilungschancen.

Dekubitus vorbeugen: Die wichtigsten Maßnahmen

Positionswechsel

  • Regelmäßig umlagern (alle 2 Stunden)
  • 30°-Seitenlage statt flach auf dem Rücken
  • Im Rollstuhl: alle 15–30 Minuten Gewicht verlagern
  • Micro-Lagerungshilfen (Kissen, Keile) nutzen

Hautpflege & Hygiene

  • Haut sauber und trocken halten
  • pH-neutrale, rückfettende Hautpflege verwenden
  • Bei Inkontinenz: sofortiger Wechsel und Hautschutz
  • Bettschutzeinlagen nutzen

Ernährung & Flüssigkeit

  • Eiweißreiche Ernährung für die Hautregeneration
  • Ausreichend trinken (mind. 1,5 L/Tag)
  • Vitamine C und Zink unterstützen die Wundheilung

Hilfsmittel

  • Antidekubitus-Matratze (Wechseldruck oder Schaumstoff)
  • Fersenschoner, Sitzkissen mit Druckentlastung
  • Pflegebett mit verstellbarem Lattenrost
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