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Ratgeber · Pflege organisieren

Checkliste: Pflege zu Hause — so behalten Sie den Überblick

Pflegebedürftig — und plötzlich gehen tausend Fragen durch den Kopf. Was ändert sich im Alltag? Reicht das Geld? Wer hilft mir? Diese Checkliste bringt Struktur in die wichtigsten Entscheidungen und Aufgaben — damit nichts Wichtiges untergeht.

Checkliste Pflege zu Hause — Beratung am Tisch
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Die 8 Kernfragen vor dem Start

Bevor es an die Umsetzung geht, lohnt eine ehrliche Bestandsaufnahme. Diese acht Fragen sollten Sie mit Angehörigen, Arzt und ggf. einem Pflegestützpunkt durchgehen:

  1. Was ändert sich im Tagesablauf — und wie viel Zeit bleibt für mich selbst?
  2. Wie sieht die finanzielle Situation aus?
  3. Wie ist meine eigene körperliche und seelische Verfassung?
  4. Wer hilft mir bei der Pflege?
  5. Ist die Wohnung geeignet oder muss barrierefrei umgebaut werden? Einen umfassenden Überblick bietet unser Ratgeber Wohnen im Alter.
  6. Welche Hilfsmittel werden benötigt?
  7. Liegen Vorsorgevollmacht und Patientenverfügung vor?
  8. Gibt es weitere Punkte (Schwerbehindertenausweis, soziale Kontakte, Bewegung)?

Die fünf Bereiche der häuslichen Pflege

Medizinisch

  • Medikamentenplan & Rezepte
  • Wundversorgung
  • Vitalwerte prüfen
  • Arzttermine koordinieren

Körperpflege

  • Waschen, Duschen, Baden
  • Mund- und Zahnpflege
  • Toilettengänge
  • Inkontinenzversorgung

Ernährung

  • Ausgewogener Speiseplan
  • Zubereitung (ggf. Diät)
  • Ess-Hilfe bei Bedarf
  • Trinkmenge im Blick

Haushalt & Alltag

  • Reinigung, Wäsche
  • Einkäufe, Lieferdienste
  • Post & Telefonate
  • Beschäftigung, Spaziergänge

Sicherheit

  • Sturzprävention, Haltegriffe
  • Erste-Hilfe-Material
  • Wichtige Dokumente griffbereit
  • Hausnotrufsystem

Emotional

  • Zuwendung & Gespräche
  • Soziale Kontakte fördern
  • Wünsche respektieren
  • Selbstständigkeit stärken

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  • Kostenlos: Ab Pflegegrad 1 und häuslicher Pflege
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Finanzen: nichts liegen lassen

Pflege zu Hause kostet Geld — aber es gibt viele Leistungen, die Sie abrufen können. Diese Punkte sollten Sie abhaken:

Unterstützung & Wohnung

Wer hilft mit?

Wohnung prüfen

  • Türbreiten, Stufen, Schwellen
  • Badezimmer: bodengleiche Dusche, Haltegriffe
  • Treppen: Treppenlift oder Alternative
  • Rutschgefahr: Teppiche, Beleuchtung
  • Zuschuss für Umbau: bis 4 000 € von der Pflegekasse

Hilfsmittel: das gehört oft dazu

  • Pflegebett, höhenverstellbar
  • Rollator, Rollstuhl oder Elektromobil
  • Toilettenstuhl, Toilettensitzerhöhung
  • Duschhocker oder Badewannenlift
  • Patientenlifter bei Bettlägerigkeit
  • Hausnotrufsystem
  • Treppenlift (bei mehrgeschossigen Wohnungen)
  • Verbrauchsmaterial: Einmalhandschuhe, Desinfektion, Bettschutz — aus der Pflegebox

Unbedingt regeln: Vollmachten

Ohne Vorsorgevollmacht und Patientenverfügung können Sie im Ernstfall nicht für Ihren Angehörigen handeln — Banken, Ärzte und Behörden dürfen keine Auskunft geben. Mehr Details zu Bank- und Generalvollmachten finden Sie in unserem ausführlichen Vollmachten-Ratgeber. Regeln Sie diese Dokumente rechtzeitig, solange die betroffene Person geschäftsfähig ist.

Und Sie selbst?

Der wichtigste Punkt auf jeder Pflege-Checkliste wird am häufigsten vergessen: Sie selbst. Pflege kann Rücken, Nerven und Beziehungen strapazieren. Bleiben Sie handlungsfähig, indem Sie:

  • Auszeiten bewusst einplanen — auch wenn es sich falsch anfühlt
  • Aufgaben abgeben (Pflegedienst, Tagespflege, Familie)
  • Einen Pflegekurs besuchen — kostenlos über die Pflegekasse
  • Austausch in einer Selbsthilfegruppe suchen
  • Eigene Arzttermine wahrnehmen

Der einfachste Punkt auf der Checkliste

Einmal Formular ausfüllen, monatlich Pflegehilfsmittel nach Hause. Ab Pflegegrad 1 übernimmt die Pflegekasse bis zu 42 € — zuzahlungsfrei.

Fazit

Pflege zu Hause ist machbar — wenn Sie strukturiert vorgehen und Hilfe annehmen. Nutzen Sie diese Checkliste als Ausgangspunkt, sprechen Sie mit einem Pflegestützpunkt und schöpfen Sie alle Leistungen der Pflegeversicherung aus. Sie sind nicht allein, und es ist keine Schwäche, Unterstützung zu suchen — sondern eine Voraussetzung dafür, dass die Pflege langfristig gelingt.

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