Ratgeber · Gesundheit
Gebärmuttersenkung: Symptome erkennen, Therapie verstehen, Beckenboden stärken
Ein Fremdkörpergefühl im Unterleib, Druckschmerz oder unwillkürlicher Urinverlust? Eine Gebärmuttersenkung betrifft bis zu jede zweite Frau im Laufe ihres Lebens — und ist trotzdem ein Tabuthema. Wir erklären, woran Sie eine Senkung erkennen, welche Therapien wirklich helfen und wie gezieltes Beckenbodentraining vorbeugen kann.

- kostenlose Pflegebox mit Pflegegrad 1-5
- monatlich frei Haus geliefert
Gebärmuttersenkung auf einen Blick
aller Frauen erleben im Laufe ihres Lebens eine Form der Beckenbodensenkung — häufig nach Schwangerschaften oder in den Wechseljahren.
Erfolgsquote bei konsequentem Beckenbodentraining in frühen Stadien — ohne operativen Eingriff.
Schweregrade werden medizinisch unterschieden — von der leichten Absenkung bis zum vollständigen Vorfall.
Was ist eine Gebärmuttersenkung?
Bei einer Gebärmuttersenkung (medizinisch: Uterusprolaps oder Descensus uteri) verlagert sich die Gebärmutter aus ihrer normalen Position im kleinen Becken nach unten — in Richtung Scheidenausgang. Der Grund: Die Beckenbodenmuskulatur und die Haltebänder, die das Organ normalerweise in Position halten, sind geschwächt oder überdehnt.
Stellen Sie sich den Beckenboden als eine Art Hängematte vor, die Blase, Gebärmutter und Darm von unten stützt. Wenn diese Struktur nachgibt, können ein oder mehrere Organe absinken. Neben der Gebärmutter können auch die Blase (Zystozele) oder der Darm (Rektozele) betroffen sein.
Die vier Schweregrade
Medizinisch wird die Gebärmuttersenkung in vier Stufen eingeteilt — je nachdem, wie weit das Organ abgesunken ist:
Grad I — Leichte Senkung
Die Gebärmutter ist leicht nach unten verlagert, verbleibt aber vollständig innerhalb der Scheide. Oft keine oder nur geringe Beschwerden.
Grad II — Mittlere Senkung
Die Gebärmutter hat sich bis zum Scheideneingang abgesenkt. Druck- und Fremdkörpergefühl treten deutlich spürbar auf.
Grad III — Teilvorfall
Der Gebärmutterhals tritt teilweise aus dem Scheideneingang hervor. Inkontinenz und Beschwerden beim Gehen oder Stehen sind häufig.
Grad IV — Totalprolaps
Die gesamte Gebärmutter ist aus der Scheide herausgetreten. Dies ist ein medizinischer Notfall, der umgehend behandelt werden muss.
Symptome: Woran Sie eine Gebärmuttersenkung erkennen
Die Beschwerden entwickeln sich oft schleichend und werden zunächst auf das Alter oder Stress geschoben. Nehmen Sie die folgenden Anzeichen ernst — eine frühe Diagnose verbessert die Behandlungschancen erheblich.
Druck- und Schweregefühl
Viele Betroffene beschreiben ein Gefühl von „Herunterdrücken“ oder Schwere im Unterleib — besonders nach langem Stehen, beim Treppensteigen oder gegen Abend. Das Gefühl verstärkt sich typischerweise im Tagesverlauf.
Fremdkörpergefühl
Das Gefühl, als befände sich ein Gegenstand in der Scheide, ist eines der markantesten Symptome. In fortgeschrittenen Stadien kann die Vorwölbung beim Waschen oder Abtasten spürbar sein.
Blasen- und Darmprobleme
Unwillkürlicher Urinverlust (Belastungsinkontinenz), häufiger Harndrang, erschwertes Wasserlassen oder Verstopfung gehören zu den häufigsten Begleiterscheinungen einer Senkung.
Wichtig: Auch Rückenschmerzen im Bereich des Kreuzbeins sowie Schmerzen beim Geschlechtsverkehr können auf eine Senkung hindeuten. Scheuen Sie sich nicht, diese Symptome bei Ihrer Gynäkologin oder Ihrem Gynäkologen offen anzusprechen.

Ursachen: Warum kommt es zur Senkung?
Die Beckenbodenmuskulatur wird im Laufe des Lebens durch verschiedene Faktoren belastet. Oft wirken mehrere Ursachen zusammen — deshalb ist eine Senkung kein persönliches Versagen, sondern eine häufige körperliche Veränderung.
Schwangerschaft & Geburt
Jede Schwangerschaft belastet den Beckenboden durch das wachsende Gewicht. Vaginale Geburten — insbesondere mit großen Kindern, langer Austreibungsphase oder Instrumenteneinsatz — können Muskulatur und Bänder nachhaltig dehnen.
Alter & Hormone
In den Wechseljahren sinkt der Östrogenspiegel — und damit die Elastizität des Bindegewebes. Das Gewebe im Becken wird dünner und weniger widerstandsfähig. Deshalb tritt die Senkung häufig erst nach der Menopause spürbar auf.
Druck im Bauchraum
Übergewicht, chronischer Husten (z. B. bei Rauchern oder Asthmatikern), schweres Heben oder chronische Verstopfung mit starkem Pressen erhöhen den Druck auf den Beckenboden — über Jahre hinweg.
Veranlagung & Voroperationen
Manche Frauen haben genetisch bedingt ein schwächeres Bindegewebe. Auch frühere Eingriffe im Beckenbereich — etwa eine Gebärmutterentfernung (Hysterektomie) — können die Statik verändern und spätere Senkungen begünstigen.
Diagnose und Therapie: Was wirklich hilft
Zögern Sie nicht, bei Beschwerden Ihre Gynäkologin oder Ihren Gynäkologen aufzusuchen. Eine einfache Untersuchung auf dem gynäkologischen Stuhl genügt in den meisten Fällen für eine klare Diagnose. Ergänzend kommen Ultraschall oder spezielle Blasen- und Darmfunktionstests zum Einsatz.
Konservative Therapie
Beckenbodentraining ist die wichtigste Säule. Gezielte Übungen unter physiotherapeutischer Anleitung stärken die Muskulatur und können eine leichte bis mittlere Senkung oft vollständig kompensieren.
Ergänzend helfen Pessare — ringförmige oder würfelförmige Stützen aus Silikon, die von der Ärztin eingesetzt werden und die Gebärmutter mechanisch in Position halten. Zusätzlich kann eine lokale Östrogentherapie (Creme oder Zäpfchen) das Gewebe im Beckenbereich stärken.
Operative Therapie
Wenn konservative Maßnahmen nicht ausreichen, stehen verschiedene minimalinvasive Verfahren zur Verfügung:
- Scheidenplastik: Straffung des erschlafften Gewebes über die Scheide
- Sakropexie: Fixierung der Gebärmutter am Kreuzbein mit einem Netz (oft laparoskopisch)
- Hysterektomie: Entfernung der Gebärmutter — nur wenn andere Optionen nicht in Frage kommen
Tipp: Lassen Sie sich nicht vorschnell zu einer Operation drängen. In vielen Fällen bringt konsequentes Beckenbodentraining über mehrere Monate bereits deutliche Verbesserung. Holen Sie im Zweifelsfall eine ärztliche Zweitmeinung ein.
Vorbeugen und stärken: 5 Tipps für Ihren Beckenboden
Auch wenn sich eine Senkung nicht immer verhindern lässt — mit den richtigen Maßnahmen senken Sie Ihr Risiko deutlich und stärken Ihren Beckenboden nachhaltig.

- Gezieltes Beckenbodentraining. Integrieren Sie tägliche Übungen in Ihren Alltag — idealerweise unter Anleitung einer spezialisierten Physiotherapeutin. Bereits 10 Minuten täglich machen einen Unterschied.
- Beckenbodenschonender Sport. Schwimmen, Radfahren, Walking, Yoga und Pilates stärken den Beckenboden, ohne ihn zu belasten. Vermeiden Sie dagegen Sportarten mit starker Erschütterung wie Trampolinspringen oder Joggen auf Asphalt.
- Gesundes Gewicht halten. Jedes reduzierte Kilogramm entlastet Ihren Beckenboden spürbar vom permanenten Druck aus dem Bauchraum.
- Richtig heben, nicht pressen. Heben Sie schwere Gegenstände mit geradem Rücken aus den Knien heraus. Ballaststoffreiche Ernährung und ausreichend Trinken beugen Verstopfung vor — so vermeiden Sie starkes Pressen beim Stuhlgang.
- Rückbildung nach der Geburt ernst nehmen. Nehmen Sie Rückbildungskurse wahr und beginnen Sie frühzeitig mit dem Training — auch wenn zunächst „alles gut“ scheint. Die Investition zahlt sich über Jahrzehnte aus.
Inkontinenz bei Gebärmuttersenkung: Hilfsmittel für den Alltag
Eine Gebärmuttersenkung geht häufig mit Belastungsinkontinenz einher — unwillkürlicher Urinverlust beim Husten, Niesen oder Heben. Das kann den Alltag erheblich beeinträchtigen. Diskrete Hilfsmittel wie saugfähige Einlagen und Bettschutzauflagen geben Ihnen Sicherheit zurück.
Wenn bei Ihnen oder einem Angehörigen ein Pflegegrad vorliegt, haben Sie Anspruch auf monatliche Pflegehilfsmittel im Wert von bis zu 42 € pro Monat (§ 40 SGB XI). Die Pflegebox von sanus-plus liefert Ihnen Einmalhandschuhe, Desinfektionsmittel, Bettschutzeinlagen und weitere Verbrauchsmaterialien direkt nach Hause — kostenfrei und ohne Eigenanteil.
Zusätzlich steht Ihnen der Entlastungsbetrag von 131 € pro Monat (§ 45b SGB XI) zur Verfügung — beispielsweise für eine Haushaltshilfe oder Alltagsbegleitung, wenn die Senkung Ihre Beweglichkeit einschränkt.
Ihre persönliche Pflegebox – monatlich und bequem nach Hause geliefert.
- Kostenlos: Ab Pflegegrad 1 und häuslicher Pflege
- Flexibel: Passen Sie Ihre Box jederzeit an Ihre Bedürfnisse an.
- Einfach: Bestellen Sie bequem online und verwalten Sie Ihre Lieferungen im Kundenportal.
- Sorglos: Alles, was Sie für Ihre Pflege benötigen, in einer Box.
- Zuverlässig: Monatliche Lieferung direkt zu Ihnen nach Hause.

Häufige Fragen zur Gebärmuttersenkung
Pflegebox bestellen: Monatlich 42 € Pflegehilfsmittel kostenlos
Nutzen Sie Ihren gesetzlichen Anspruch auf Pflegehilfsmittel zum Verbrauch. Die Pflegebox wird individuell zusammengestellt, bequem nach Hause geliefert und direkt mit Ihrer Pflegekasse abgerechnet — ohne Vorkasse, ohne Eigenanteil.


