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Ratgeber · Pflegehilfsmittel

Aufstehhilfen für Pflegebedürftige: Mehr Selbstständigkeit im Alltag

Das Aufstehen aus dem Bett, vom Sessel oder von der Toilette – für viele pflegebedürftige Menschen ist es eine der größten täglichen Hürden. Aufstehhilfen geben genau hier Sicherheit und Eigenständigkeit zurück. Wir zeigen Ihnen, welche Arten es gibt, wie Sie die passende Lösung finden und welche Kosten die Pflege- oder Krankenkasse übernimmt.

  • kostenlose Pflegebox mit Pflegegrad 1-5
  • monatlich frei Haus geliefert

Aufstehhilfen auf einen Blick

4.180 €

Zuschuss je wohnumfeld­verbessernder Maßnahme – etwa für Haltegriffe, Badumbau oder Rampen (§ 40 SGB XI, Stand 2025).

42 €/Monat

Für Pflegehilfs­mittel zum Verbrauch – Handschuhe, Desinfektions­mittel, Bettschutz­einlagen. Ab Pflegegrad 1.

6 Typen

Aufstehhilfen – von einfachen Halte­griffen bis zum elektrischen Personenlifter für jede Mobilitäts­stufe.

Was sind Aufstehhilfen und warum sind sie so wichtig?

Aufstehhilfen sind Vorrichtungen und Geräte, die Menschen mit eingeschränkter Mobilität beim sicheren Übergang vom Sitzen oder Liegen in den Stand unterstützen. Das klingt zunächst simpel – doch für pflegebedürftige Menschen kann genau dieser Moment zur größten Herausforderung des Tages werden.

Ein Sturz beim Aufstehen gehört zu den häufigsten Unfallursachen im häuslichen Pflegealltag. Die richtige Aufstehhilfe minimiert dieses Risiko und gibt dem Betroffenen ein Stück Unabhängigkeit zurück. Gleichzeitig entlastet sie pflegende Angehörige körperlich – denn Hebe- und Stützvorgänge zählen zu den belastendsten Aufgaben in der häuslichen Pflege.

Gerade bei Senioren mit alters- oder krankheitsbedingtem Kraftverlust, nach einem Krankenhaus­aufenthalt oder bei fortschreitenden Erkrankungen wie Parkinson oder Arthrose sind Aufstehhilfen oft unverzichtbar, um weiterhin aktiv am Alltag teilnehmen zu können.


Welche Arten von Aufstehhilfen gibt es?

Der Markt bietet eine breite Palette an Lösungen – von einfachen Griffen bis hin zu motorisierten Systemen. Welche Aufstehhilfe die richtige ist, hängt vom Grad der Einschränkung, der Wohnsituation und den individuellen Bedürfnissen ab.

Haltegriffe & Stützgeländer

Die einfachste und kostengünstigste Lösung: Haltegriffe an Wänden, neben dem Bett, im Bad oder an der Toilette geben festen Halt beim Aufstehen. Sie eignen sich für Menschen, die noch über Restkraft verfügen und nur einen stabilen Griffpunkt brauchen.

Aufstehsessel

Elektrisch verstellbare Sessel mit Aufstehfunktion kippen den Sitz sanft nach vorne und bringen den Nutzer kontrolliert in den Stand. Ideal für Menschen, die viel Zeit im Sessel verbringen und Schwierigkeiten haben, aus tiefen Sitzpositionen aufzustehen.

Aufsteh- und Pflegebetten

Elektrisch verstellbare Pflegebetten erleichtern den Übergang vom Liegen zum Sitzen und Stehen. Manche Modelle verfügen über eine integrierte Aufstehfunktion, die den gesamten Bettrahmen in eine aufrechte Position bringt.

Personenlifter

Mobile oder fest installierte Lifter unterstützen den kompletten Transfer – etwa vom Bett in den Rollstuhl oder auf die Toilette. Sie sind die richtige Wahl bei stark eingeschränkter Mobilität, wenn eigenständiges Aufstehen nicht mehr möglich ist.

Mobile Stehhilfen

Tragbare Aufstehhilfen auf Rollen, die dem Pflegebedürftigen beim Aufrichten helfen und gleichzeitig als Gehstütze dienen. Besonders praktisch, wenn zwischen mehreren Sitzgelegenheiten im Haus gewechselt wird.

Rollstühle mit Aufstehfunktion

Spezielle Rollstühle, die den Nutzer per Mechanik oder Motor aus der Sitzposition in den Stand bringen. Sie kombinieren Mobilität mit der Möglichkeit, ohne Hilfe aufzustehen – ideal für aktive Rollstuhlnutzer.

Die richtige Aufstehhilfe finden: 5 Kriterien

Die passende Aufstehhilfe hängt von der individuellen Situation ab. Eine Fehlentscheidung kostet nicht nur Geld, sondern kann im schlimmsten Fall die Sicherheit gefährden. Prüfen Sie deshalb diese fünf Punkte sorgfältig.

01

Mobilität und Restkraft

Wie viel Unterstützung wird tatsächlich benötigt? Kann die Person Arme und Beine noch aktiv einsetzen? Bei leichter Einschränkung genügen oft Haltegriffe – bei schwerer Einschränkung braucht es einen Lifter.

02

Gesundheitliche Situation

Begleiterkrankungen wie Schwindel, Gleichgewichts­störungen, Demenz oder starke Schmerzen beeinflussen die Wahl maßgeblich. Eine fachliche Einschätzung durch Arzt oder Therapeut ist hier empfehlenswert.

03

Wohnumgebung und Platz

Passt die Aufstehhilfe räumlich? Ein Personenlifter braucht Platz, ein Aufstehsessel Rangier­fläche. Messen Sie vorher aus und prüfen Sie, ob Türbreiten und Raumgröße ausreichen.

04

Selbstständige Bedienbarkeit

Kann der Betroffene die Aufstehhilfe eigenständig nutzen – oder ist immer eine Pflegeperson nötig? Elektrische Modelle mit einfacher Fernbedienung fördern die Unabhängigkeit deutlich.

05

Zukünftige Entwicklung

Wird sich die Mobilität voraussichtlich weiter verschlechtern? Dann kann es sinnvoll sein, direkt eine Lösung zu wählen, die auch bei fortschreitender Einschränkung noch nutzbar ist – statt in kurzer Zeit erneut umzurüsten.

Tipp: Lassen Sie sich im Sanitätshaus beraten, bevor Sie eine Aufstehhilfe kaufen. Die Fachleute können die Situation vor Ort einschätzen, verschiedene Modelle zeigen und die optimale Lösung für Ihre Bedürfnisse empfehlen. Auch Physiotherapeuten haben oft wertvolle Erfahrung mit Aufstehhilfen.


Kostenübernahme: Wer bezahlt die Aufstehhilfe?

Die gute Nachricht: Viele Aufstehhilfen werden ganz oder teilweise von der Kranken- oder Pflegekasse finanziert. Welcher Kostenträger zuständig ist, hängt von der Art der Aufstehhilfe ab.

Krankenkasse: Hilfsmittel

Aufstehhilfen, die im Hilfsmittel­verzeichnis der gesetzlichen Kranken­kassen gelistet sind – etwa Personenlifter, Aufrichtbügel oder verstellbare Pflegebetten – werden bei medizinischer Notwendigkeit übernommen. Voraussetzung: eine ärztliche Verordnung (Rezept).

Gesetzlich Versicherte zahlen in der Regel eine Zuzahlung von max. 10 € pro Hilfsmittel. Viele technische Hilfsmittel werden als Leihgabe zur Verfügung gestellt.

Pflegekasse: Wohnumfeld­verbesserung

Bauliche Anpassungen wie die Montage von Haltegriffen, der Badumbau oder die Installation von Stützgeländern gelten als wohnumfeld­verbessernde Maßnahmen (§ 40 SGB XI). Die Pflegekasse bezuschusst diese mit bis zu 4.180 € je Maßnahme.

Ab Pflegegrad 1. Mehrere Maßnahmen zu verschiedenen Zeitpunkten sind möglich. In Pflege-WGs können bis zu vier Bewohner den Zuschuss nutzen.

42 € Pflegehilfs­mittel

Zusätzlich steht Ihnen ab Pflegegrad 1 ein monatliches Budget von 42 € für Pflegehilfs­mittel zum Verbrauch zu – etwa Einmalhandschuhe, Desinfektions­mittel oder Bettschutz­einlagen für die tägliche Pflege.

Über die Pflegebox direkt mit der Pflegekasse abgerechnet – ohne Vorkasse für Sie.

So beantragen Sie eine Aufstehhilfe über die Krankenkasse

Der Weg zur Kostenübernahme ist klar geregelt. Gehen Sie diese vier Schritte der Reihe nach durch:

01

Arzt aufsuchen

Besprechen Sie den Bedarf mit Ihrem Hausarzt oder Facharzt. Dieser stellt eine Verordnung (Rezept) für das benötigte Hilfsmittel aus.

02

Sanitätshaus beraten lassen

Gehen Sie zu einem Sanitätshaus, das Vertragspartner Ihrer Krankenkasse ist. Die Fachleute beraten Sie und helfen bei der Antragsstellung.

03

Antrag einreichen

Das Sanitätshaus übermittelt den Antrag gemeinsam mit dem Rezept an die Krankenkasse. In manchen Fällen bearbeitet das Sanitätshaus die Abwicklung vollständig für Sie.

04

Genehmigung abwarten

Warten Sie die schriftliche Genehmigung der Krankenkasse ab, bevor Sie das Hilfsmittel anschaffen. Bei Ablehnung können Sie innerhalb eines Monats Widerspruch einlegen.

Aufstehsessel: Sonderfall bei der Kostenübernahme

Elektrische Aufstehsessel sind nicht standardmäßig im Hilfsmittelverzeichnis gelistet. Die Krankenkasse übernimmt die Kosten nur in Ausnahme­fällen – wenn ein Arzt die medizinische Notwendigkeit ausführlich begründet. Lassen Sie sich vor dem Kauf unbedingt beraten und die Kostenübernahme schriftlich bestätigen.


5 Tipps für die sichere Nutzung

  • Bedienung üben. Lassen Sie sich die Handhabung im Sanitätshaus oder durch einen Therapeuten zeigen – besonders bei elektrischen Modellen.
  • Regelmäßig prüfen. Kontrollieren Sie mechanische und elektrische Teile auf Verschleiß. Bei Mietgeräten übernimmt oft der Versorger die Wartung.
  • Richtig einstellen. Griffhöhen, Sitzposition und Neigungswinkel müssen zur Körpergröße passen – eine falsche Einstellung mindert Komfort und Sicherheit.
  • Umgebung sichern. Stolperfallen entfernen, gute Beleuchtung sicherstellen, rutschhemmende Unterlagen verwenden – besonders rund um die Aufstehhilfe.
  • Nicht überstürzen. Der Aufstehvorgang sollte langsam und kontrolliert ablaufen. Bei Schwindel kurz im Sitzen verweilen, bevor der volle Stand erreicht wird.

Aufstehhilfen im Alltag: Mehr als nur Hilfe beim Stehen

Die richtige Aufstehhilfe verändert oft mehr als nur den einen Moment des Aufstehens. Sie ermöglicht die Teilhabe am Familienleben – den Weg zum Esstisch, den Wechsel in einen anderen Raum, den Besuch im Garten. Diese gewonnene Freiheit stärkt das Selbstbewusstsein und die Lebensfreude.

Für pflegende Angehörige bedeutet eine passende Aufstehhilfe vor allem körperliche Entlastung. Hebe- und Transfervorgänge gehören zu den häufigsten Ursachen für Rücken­beschwerden bei Pflegenden. Eine Hebehilfe oder ein Lifter kann hier einen enormen Unterschied machen.

Denken Sie auch an ergänzende Hilfsmittel: Ein Hublift überwindet Stufen am Hauseingang, eine Pflegematratze sorgt für besseren Schlafkomfort, und ein barrierefreier Wohnraum schafft die Grundlage für maximale Bewegungsfreiheit.


Häufige Fragen zu Aufstehhilfen

Pflegehilfsmittel kostenfrei nach Hause

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