Ratgeber · Pflegehilfsmittel
Hebehilfe und Umsetzhilfe: Sichere Unterstützung im Pflegealltag
Eine Hebehilfe schützt Pflegende vor Rückenverletzungen und gibt pflegebedürftigen Menschen Sicherheit beim Transfer – ob vom Bett in den Rollstuhl, zur Toilette oder beim Aufstehen. Erfahren Sie, welche Arten es gibt, wer die Kosten trägt und worauf Sie bei der Auswahl achten sollten.

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Hebehilfen auf einen Blick
0 €
Eigenkosten bei Leihgabe durch die Pflegekasse – technische Pflegehilfsmittel werden in der Regel kostenfrei zur Verfügung gestellt.
Max. 25 €
Zuzahlung bei ärztlicher Verordnung über die Krankenkasse (10 %, höchstens 25 € pro Hilfsmittel).
4.180 €
Zuschuss für wohnumfeldverbessernde Maßnahmen – z. B. Installation eines Deckenlifters (§ 40 SGB XI).
Was sind Hebehilfen – und warum sind sie so wichtig?
Hebehilfen sind speziell entwickelte Hilfsmittel, die das sichere Bewegen und Umsetzen von pflegebedürftigen Menschen ermöglichen. Sie kommen überall dort zum Einsatz, wo eine Person nicht mehr selbstständig aufstehen, sich umsetzen oder die Position wechseln kann – etwa beim Transfer vom Bett in den Rollstuhl, beim Toilettengang oder beim Umbetten.
Ohne die richtige Unterstützung wird das manuelle Heben und Umlagern schnell zur gesundheitlichen Belastung für Pflegende. Rückenbeschwerden sind die häufigste Berufskrankheit in der Pflege – und auch pflegende Angehörige sind betroffen. Gleichzeitig steigt ohne Hebehilfe das Sturzrisiko für die pflegebedürftige Person.
Eine passende Hebehilfe löst beide Probleme: Sie entlastet den Rücken der Pflegenden und gibt der pflegebedürftigen Person Sicherheit und Würde beim Transfer.
Schutz vor Rückenverletzungen
Ergonomisches Heben und Umsetzen statt körperlicher Überlastung. Pflegende schonen Wirbelsäule, Arme und Schultern – auch bei schweren Personen.
Sicherheit beim Transfer
Stürze beim Aufstehen oder Umsetzen gehören zu den häufigsten Unfallursachen in der häuslichen Pflege. Hebehilfen minimieren dieses Risiko deutlich.
Würde und Komfort
Sanftes Bewegen ohne Reibung oder Druckstellen. Die pflegebedürftige Person wird sicher und respektvoll transferiert – ohne Schmerzen oder Angst.
Welche Arten von Hebehilfen gibt es?
Die Auswahl an Hebe- und Umsetzhilfen ist groß. Welches Hilfsmittel das richtige ist, hängt von der Mobilität der pflegebedürftigen Person, den räumlichen Gegebenheiten und der Art des Transfers ab.
Mobiler Patientenlifter
Ein fahrbares Gestell mit elektrischem oder hydraulischem Hebemechanismus und Tragetuch. Ideal für den Transfer vom Bett in den Rollstuhl oder zur Badewanne. Für Personen mit keiner oder sehr geringer Restmobilität.
Deckenlifter
Ein fest an der Zimmerdecke montiertes Schienensystem. Besonders platzsparend und komfortabel für den täglichen Einsatz. Wird als wohnumfeldverbessernde Maßnahme mit bis zu 4.180 € bezuschusst.
Aufstehhilfe
Unterstützt Personen mit eingeschränkter Kraft beim Aufstehen aus dem Sitzen. Es gibt elektrische Aufstehsessel, Stehhilfen mit Griff und Kissen mit Hebemechanismus. Geeignet für Menschen mit vorhandener Restmobilität.
Drehscheibe
Eine rutschfeste Scheibe, auf der die pflegebedürftige Person stehend gedreht wird – etwa beim Umsetzen vom Rollstuhl auf einen Stuhl oder beim Ein- und Aussteigen ins Auto. Kompakt und ohne Stromanschluss nutzbar.
Rutschbrett und Gleitmatte
Erleichtert das seitliche Umlagern im Bett oder den Übergang zwischen zwei Sitzflächen. Die glatte Oberfläche reduziert Reibung und schont die Haut. Besonders hilfreich bei Bettlägerigkeit.
Transfergurt
Ein breiter Gurt, der um die Hüfte oder den Oberkörper gelegt wird und der Pflegekraft sichere Griffpunkte bietet. Einfach in der Handhabung und ideal für kurze Transfers mit aktiver Mithilfe der Person.

Die richtige Hebehilfe auswählen
Nicht jede Hebehilfe passt zu jeder Situation. Die Auswahl hängt von mehreren Faktoren ab, die Sie vorab klären sollten – am besten gemeinsam mit einer Fachberatung.
Worauf Sie achten sollten
- Restmobilität der Person: Kann sie aktiv mithelfen (Transfergurt, Drehscheibe) oder muss sie vollständig gehoben werden (Patientenlifter)?
- Art des Transfers: Geht es um das Aufstehen, seitliches Umlagern, den Toilettengang oder den Transfer zwischen Räumen?
- Körpergewicht: Jede Hebehilfe hat eine maximale Tragkraft. Achten Sie auf eine ausreichende Reserve.
- Räumliche Gegebenheiten: Ist genügend Platz für einen mobilen Lifter? Oder ist ein Deckenlifter die bessere Lösung?
- Häufigkeit der Nutzung: Bei mehrfach täglichem Einsatz lohnt sich ein elektrisches System – bei gelegentlichem Transfer reichen oft einfachere Hilfsmittel.
Tipp: Lassen Sie sich vor der Anschaffung von einem Sanitätshaus, einem Ergotherapeuten oder Ihrem Pflegestützpunkt beraten. Die Beratung ist kostenfrei und hilft, das passende Hilfsmittel für Ihre konkrete Situation zu finden.
Kostenübernahme: So bekommen Sie eine Hebehilfe
Die gute Nachricht: In den meisten Fällen müssen Sie eine Hebehilfe nicht selbst bezahlen. Je nach Situation übernimmt die Pflegekasse oder die Krankenkasse die Kosten – oft sogar vollständig.
01
Bedarf feststellen
Sprechen Sie mit dem Hausarzt oder der Pflegefachkraft über die Notwendigkeit einer Hebehilfe. Bei einem anerkannten Pflegegrad kann die Pflegekasse direkt angesprochen werden.
02
Verordnung oder Antrag
Über die Krankenkasse: Der Arzt stellt eine Verordnung aus (Hilfsmittel nach § 33 SGB V). Über die Pflegekasse: Sie stellen einen formlosen Antrag auf ein technisches Pflegehilfsmittel (§ 40 SGB XI).
03
Bewilligung und Lieferung
Die Kasse prüft den Antrag und beauftragt in der Regel ein Sanitätshaus mit der Lieferung. Technische Pflegehilfsmittel werden meist als Leihgabe zur Verfügung gestellt – ohne Eigenkosten für Sie.
04
Einweisung erhalten
Das Sanitätshaus weist Sie und Ihre Angehörigen in die korrekte Bedienung ein. Lassen Sie sich alles zeigen – vom Anlegen des Tragetuchs bis zur Notfallabsenkung.
Wichtig: Kaufen Sie eine Hebehilfe nicht auf eigene Faust, bevor die Kostenübernahme geklärt ist. Nachträgliche Erstattungen sind in der Regel nicht möglich. Immer zuerst den Antrag stellen oder die Verordnung einreichen.
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5 Tipps für den sicheren Einsatz
- Schulung nutzen. Lassen Sie sich vom Sanitätshaus oder einem Pflegedienst einweisen – für jeden Typ Hebehilfe separat.
- Bremsen prüfen. Vor jedem Transfer sicherstellen, dass Bremsen am Rollstuhl und an der Hebehilfe festgestellt sind.
- Tragetuch kontrollieren. Nähte, Verschlüsse und Halterungen regelmäßig auf Verschleiß prüfen.
- Belastungsgrenze beachten. Niemals die maximale Tragkraft überschreiten – das steht auf dem Typenschild.
- Kommunizieren. Jeden Schritt ankündigen: „Ich hebe Sie jetzt an.“ Das gibt Sicherheit und vermeidet Schreckreaktionen.

Häufige Fragen zu Hebehilfen und Umsetzhilfen
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