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Ratgeber · Gesundheit

Prostatakrebs: Ursachen, Symptome, Therapie und Pflege im Überblick

Prostatakrebs ist die häufigste Krebserkrankung bei Männern in Deutschland. Rund 65.000 Männer erhalten jährlich diese Diagnose. Wird der Tumor frühzeitig erkannt, stehen die Heilungschancen ausgezeichnet. Wir erklären Ihnen verständlich, was Sie über Ursachen, Früherkennung, Behandlung und mögliche Pflegeleistungen wissen sollten.

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Prostatakrebs auf einen Blick

~65.000

Neuerkrankungen pro Jahr in Deutschland – Prostatakrebs ist damit die häufigste Krebsart bei Männern.

> 90 %

5-Jahres-Überlebensrate bei frühzeitiger Diagnose – Früherkennung rettet Leben.

Ab 45 Jahren

Anspruch auf jährliche Vorsorge – die gesetzliche Krankenkasse übernimmt die Kosten.


Was ist die Prostata – und warum ist sie wichtig?

Die Prostata (Vorsteherdrüse) ist eine etwa kastaniengroße Drüse, die unterhalb der Harnblase liegt und die Harnröhre ringförmig umschließt. Sie gehört zu den inneren Geschlechtsorganen des Mannes und produziert zusammen mit den Samenbläschen einen Teil der Samenflüssigkeit.

Im gesunden Zustand wiegt die Prostata rund 20 Gramm. Ab etwa 35 Jahren beginnt sie bei vielen Männern langsam zu wachsen – ein natürlicher Vorgang, der aber ab einer gewissen Größe Beschwerden verursachen kann. Nicht jede Vergrößerung bedeutet Krebs, doch regelmäßige Kontrollen sind ab dem mittleren Lebensalter sinnvoll.


Was ist Prostatakrebs?

Beim Prostatakrebs (Prostatakarzinom) vermehren sich Zellen in der Prostata unkontrolliert und bilden einen bösartigen Tumor. Der Krebs geht meist von den äußeren Prostatadrüsen aus, wächst in der Regel langsam und verursacht im Frühstadium oft keinerlei Beschwerden.

Im fortgeschrittenen Stadium kann der Tumor in umliegendes Gewebe einwachsen und über das Lymph- oder Blutsystem Metastasen bilden – vor allem in Lymphknoten und Knochen. Da er anfangs symptomfrei bleibt, ist die Früherkennung beim Urologen besonders wichtig.


Ursachen und Risikofaktoren

Die genaue Ursache von Prostatakrebs ist noch nicht vollständig geklärt. Forschende gehen davon aus, dass ein Zusammenspiel aus genetischen Veränderungen, hormonellen Einflüssen und Lebensstilfaktoren die Entstehung begünstigt. Diese Risikofaktoren sollten Sie kennen:

Alter

Der wichtigste Risikofaktor. Über 60 % aller Diagnosen werden bei Männern über 65 Jahren gestellt. Ein 70-Jähriger hat ein Risiko von über 6 %, in den nächsten zehn Jahren zu erkranken – ein 40-Jähriger nur 0,1 %.

Genetische Veranlagung

War Ihr Vater oder Bruder betroffen, ist Ihr eigenes Risiko erhöht. Mutationen in den Genen BRCA1, BRCA2 oder HPC1 können eine Rolle spielen. Bei familiärer Häufung: frühzeitig mit dem Urologen sprechen.

Hormonelle Einflüsse

Das männliche Geschlechtshormon Testosteron beeinflusst Wachstum und Entwicklung der Prostata. Ohne Testosteron können keine Prostatakrebszellen entstehen – daher ist die Hormontherapie eine wichtige Behandlungsoption.

Ernährung & Lebensstil

Viel rotes Fleisch, Übergewicht und Bewegungsmangel stehen mit einem erhöhten Risiko in Verbindung. Eine pflanzenreiche Ernährung mit Tomaten (Lycopin), Gemüse und regelmäßiger Bewegung kann schützend wirken.

Ethnische Herkunft

Männer afrikanischer Abstammung haben im Durchschnitt ein höheres Risiko und häufiger aggressive Tumorformen. Die Gründe dafür werden auf eine Kombination aus genetischen und Umweltfaktoren zurückgeführt.

Entzündungen

Chronische Prostataentzündungen (Prostatitis) werden als möglicher Risikofaktor erforscht. Lassen Sie anhaltende Beschwerden im Unterleib ärztlich abklären, um chronische Verläufe zu vermeiden.


Symptome: Woran erkennt man Prostatakrebs?

Prostatakrebs verursacht im Frühstadium meist keine Beschwerden. Erst wenn der Tumor eine gewisse Größe erreicht und auf die Harnröhre drückt, treten typische Symptome auf. Wichtig: Diese Beschwerden können auch andere, harmlose Ursachen haben – aber sie sollten immer ärztlich abgeklärt werden.

Frühe Anzeichen

  • Vermehrter Harndrang, besonders nachts (Nykturie)
  • Schwierigkeiten zu Beginn des Wasserlassens
  • Schwacher oder unterbrochener Harnstrahl
  • Unfähigkeit zu urinieren (Harnverhaltung)
  • Schmerzhafte Ejakulation oder erektile Dysfunktion
  • Blut im Urin oder in der Samenflüssigkeit

Fortgeschrittenes Stadium

  • Anhaltende Müdigkeit und Abgeschlagenheit
  • Ungewollter Gewichtsverlust
  • Leistungsknick und allgemeines Schwächegefühl
  • Schmerzen im Rücken, Becken oder in der Leistengegend
  • Knochenschmerzen (Hinweis auf Metastasen)

Wichtig: Probleme beim Wasserlassen sind häufig und haben in vielen Fällen harmlose Ursachen wie eine gutartige Prostatavergrößerung. Lassen Sie die Beschwerden trotzdem zeitnah abklären – nur so lässt sich ein Prostatakarzinom sicher ausschließen.


Kann man Prostatakrebs vorbeugen?

Da die Hauptrisikofaktoren Alter und genetische Veranlagung sind, lässt sich Prostatakrebs nicht sicher verhindern. Dennoch können Sie Ihr allgemeines Krebsrisiko durch einen gesunden Lebensstil positiv beeinflussen:

  • Ausgewogene Ernährung – viel Gemüse, Obst, Vollkornprodukte und gesunde Fette
  • Regelmäßige Bewegung – mindestens 150 Minuten moderate Aktivität pro Woche
  • Gesundes Körpergewicht – Übergewicht steht mit einem erhöhten Risiko in Verbindung
  • Nicht rauchen – Rauchen wird mit aggressiveren Tumorformen in Verbindung gebracht
  • Alkohol in Maßen – ein bewusster Umgang kann allgemein schützend wirken

Früherkennung beim Urologen

Die beste Waffe gegen Prostatakrebs ist die Früherkennung. Im Rahmen des gesetzlichen Früherkennungsprogramms können Männer ab 45 Jahren einmal jährlich eine kostenlose Vorsorgeuntersuchung durchführen lassen. Bei familiärer Vorbelastung empfehlen viele Urologen einen Start bereits ab 40 Jahren.

So läuft die Vorsorge ab

Der Urologe beginnt mit einer Anamnese – also Fragen zur eigenen und familiären Krankengeschichte. Anschließend werden die Geschlechtsorgane und Lymphknoten abgetastet.

Die Prostata wird vom Enddarm aus untersucht (digital-rektale Untersuchung, DRU). Diese Methode ist einfach, schnell und schmerzfrei. Allerdings können sehr kleine oder ungünstig gelegene Tumore dabei übersehen werden.

Weitere Untersuchungsmethoden

PSA-Test

Bestimmung der Prostata-spezifischen Antigene im Blut. Ein erhöhter Wert kann auf Krebs hindeuten, hat aber auch andere Ursachen (Entzündung, Sport, Alter). Die Kosten werden nicht von der Kasse übernommen. Ob ein PSA-Test sinnvoll ist, sollten Sie individuell mit Ihrem Arzt besprechen.

Transrektaler Ultraschall

Per Ultraschallsonde über den Enddarm lassen sich Größe, Form und Veränderungen der Prostata bildlich darstellen. Diese Methode kann verdächtige Bereiche sichtbar machen, die bei der Tastuntersuchung nicht auffallen.

Prostatabiopsie

Die einzige Methode, um eine Verdachtsdiagnose sicher zu bestätigen. Dabei werden unter lokaler Betäubung Gewebeproben aus der Prostata entnommen und im Labor feingeweblich untersucht.


Therapie: Welche Behandlung passt?

Welche Therapie die richtige ist, hängt vom Stadium des Tumors, dem Alter des Patienten und dem allgemeinen Gesundheitszustand ab. Der behandelnde Arzt bespricht die Optionen in der Regel ausführlich mit dem Patienten. Hier die wichtigsten Verfahren im Überblick:

Aktive Überwachung

Bei kleinen, wenig aggressiven Tumoren wird zunächst engmaschig kontrolliert (PSA, Biopsie, MRT). Ziel: eine heilende Behandlung zum optimalen Zeitpunkt. Geeignet für Patienten mit einem niedrigen Risikoprofil.

Langfristige Beobachtung

Kommt vor allem bei älteren Patienten in Frage, bei denen der Tumor voraussichtlich keine Beschwerden verursachen wird. Hier wird nur bei Bedarf eine lindernde (palliative) Therapie eingeleitet.

Radikale Prostatektomie

Vollständige operative Entfernung der Prostata, Samenblasen und ggf. der Beckenlymphknoten. Wenn der Krebs noch keine Metastasen gebildet hat, sind die Heilungschancen hoch. Nach der OP kommt es häufig zu einer vorübergehenden Harninkontinenz – gezieltes Beckenbodentraining hilft, die Kontrolle zurückzugewinnen.

Strahlentherapie

Die Bestrahlung kann von außen (über 7–9 Wochen, fünf Tage pro Woche) oder von innen (Brachytherapie) erfolgen. Beide Methoden erzielen bei lokal begrenzten Tumoren vergleichbare Heilungsraten wie die Operation.

Hormontherapie

Durch Medikamente oder operative Entfernung der Hoden wird die Testosteronproduktion gedrosselt. Der Tumor wird dadurch „ausgehungert“. Hormontherapie wird vor allem bei fortgeschrittenem Prostatakrebs oder ergänzend zur Bestrahlung eingesetzt.

Chemotherapie

Kommt zum Einsatz, wenn der Krebs nicht mehr auf Hormontherapie anspricht (kastrationsresistenter Prostatakrebs). Medikamente wie Docetaxel oder Cabazitaxel können das Tumorwachstum bremsen und die Lebensqualität verbessern.


Ist Prostatakrebs heilbar?

Ja – solange der Tumor frühzeitig erkannt wird und noch keine Metastasen gebildet hat, liegen die Heilungschancen bei über 90 %. Selbst bei fortgeschrittenem Prostatakrebs stehen heute zahlreiche Therapien zur Verfügung, die das Fortschreiten verlangsamen und die Lebensqualität erhalten.

Da Prostatakrebs meist im höheren Alter (ab 70+) auftritt und der Tumor langsam wächst, können viele Betroffene mit der richtigen Behandlung noch viele Jahre ein aktives Leben führen. Ein fortgeschrittenes Stadium ist kein Grund zur Hoffnungslosigkeit – moderne Therapieansätze entwickeln sich stetig weiter.


Prostatakrebs und Pflege: Welche Unterstützung gibt es?

Die Erkrankung oder ihre Behandlung kann langfristige Auswirkungen auf die Selbstständigkeit haben – etwa durch Inkontinenz nach einer Operation, Erschöpfung durch Chemo- oder Strahlentherapie oder Mobilitätseinschränkungen bei Knochenmetastasen. In solchen Fällen besteht möglicherweise Anspruch auf einen Pflegegrad und damit verbundene Leistungen.

42 € Pflegehilfsmittel

Monatlich für Einmalhandschuhe, Desinfektionsmittel, Bettschutzeinlagen und weitere Verbrauchshilfsmittel (§ 40 SGB XI). Über die Pflegebox direkt mit der Pflegekasse abgerechnet.

131 € Entlastungsbetrag

Monatlich für Alltagshilfen, Haushaltshilfen oder Tages- und Nachtpflege (§ 45b SGB XI). Nicht abgerufene Beträge können bis zum 30. Juni des Folgejahres nachgeholt werden.

4.180 € Wohnumbau

Einmaliger Zuschuss pro wohnumfeldverbessernder Maßnahme – etwa für ein barrierefreies Bad, einen Treppenlift oder Haltegriffe (§ 40 SGB XI).


Häufige Fragen zu Prostatakrebs

Hinweis: Dieser Beitrag dient ausschließlich der allgemeinen Information und ersetzt keine medizinische Beratung. Bei Beschwerden oder Fragen zu Prostatakrebs wenden Sie sich bitte an Ihren Arzt oder Urologen.

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