Ratgeber · Wohnen & Umbauten
Badumbau mit Förderung: So finanzieren Sie Ihr barrierefreies Bad
Ein barrierefreies Badezimmer kann den Pflegealltag grundlegend verändern – mehr Sicherheit, mehr Selbstständigkeit, weniger Sturzrisiko. Die gute Nachricht: Die Pflegekasse bezuschusst den Umbau mit bis zu 4.180 € pro Maßnahme. Wir zeigen Ihnen, welche Förderungen es gibt, wie Sie den Antrag richtig stellen und worauf Sie bei der Planung achten sollten.

- kostenlose Pflegebox mit Pflegegrad 1-5
- monatlich frei Haus geliefert
Badumbau-Förderung auf einen Blick
4.180 €
Zuschuss der Pflegekasse pro wohnumfeldverbessernder Maßnahme – z. B. für den Einbau einer bodengleichen Dusche (§ 40 SGB XI, Stand 2025/2026).
Ab Pflegegrad 1
Der Zuschuss steht allen Versicherten mit einem anerkannten Pflegegrad zur Verfügung – unabhängig von der Stufe.
Vor dem Umbau
Der Antrag bei der Pflegekasse muss vor Beginn der Baumaßnahme gestellt werden – nachträgliche Anträge werden abgelehnt.
Warum ein barrierefreies Bad in der Pflege so wichtig ist
Das Badezimmer ist einer der unfallträchtigsten Räume im Haus. Nasse Fliesen, hohe Badewannenränder und enge Bewegungsflächen machen die tägliche Körperpflege für pflegebedürftige Menschen und ihre Angehörigen zur Herausforderung – und zum Sicherheitsrisiko.
Ein barrierefreier Umbau schafft Abhilfe: Eine bodengleiche Dusche, rutschhemmende Böden und gut platzierte Haltegriffe reduzieren die Sturzgefahr erheblich. Gleichzeitig ermöglichen sie mehr Selbstständigkeit bei der Körperpflege – ein Faktor, der für das Selbstwertgefühl vieler Betroffener entscheidend ist.
Für pflegende Angehörige bedeutet ein angepasstes Bad weniger körperliche Belastung: Rückenfreundliches Arbeiten wird möglich, wenn das Waschbecken unterfahrbar und die Toilette auf die richtige Höhe gebracht ist. So profitieren beide Seiten – Pflegebedürftige und Pflegepersonen.
Welche Umbaumaßnahmen werden gefördert?
Die Pflegekasse fördert Maßnahmen, die die häusliche Pflege erleichtern oder erst ermöglichen. Im Badezimmer betrifft das vor allem folgende Anpassungen:
Bodengleiche Dusche
Die häufigste Maßnahme: Eine ebenerdige Dusche ohne Stolperkante ersetzt die Badewanne oder die alte Duschtasse. Rollstuhlfahrer können so eigenständig duschen.
Haltegriffe & Stützklappgriffe
An Dusche, Toilette und Badewanne sorgen fest montierte Griffe für sicheren Halt beim Aufstehen, Hinsetzen und Umsetzen.
Erhöhte Toilette / Dusch-WC
Eine höhere Sitzposition erleichtert das Aufstehen und Hinsetzen. Ein Dusch-WC kann die Intimhygiene bei eingeschränkter Beweglichkeit deutlich verbessern.
Unterfahrbares Waschbecken
Rollstuhlfahrer oder Personen mit Rollator können sich so eigenständig die Hände waschen und die Zähne putzen – ein wichtiger Beitrag zur Selbstständigkeit.
Rutschhemmende Böden
Spezielle Fliesen oder Beschichtungen mit hoher Rutschhemmung (Klasse R10 oder höher) reduzieren die Sturzgefahr auf nassem Untergrund erheblich.
Türverbreiterung
Damit Rollstuhl oder Rollator durch die Badtür passen, wird die Öffnung auf mindestens 80 cm verbreitert – idealerweise mit einer nach außen öffnenden Tür.
Weitere förderfähige Maßnahmen sind der Einbau von Badewannenliftern, die Anpassung der Armaturen (Einhebelmischer, Thermostatventile) und die Installation absenkbarer Badezimmerschränke. Einen umfassenden Überblick finden Sie in unserem Ratgeber zu wohnumfeldverbessernden Maßnahmen.

Diese Förderungen stehen Ihnen zur Verfügung
Für den barrierefreien Badumbau gibt es mehrere Finanzierungsquellen, die sich in vielen Fällen sogar kombinieren lassen. Die drei wichtigsten im Überblick:
Pflegekasse (§ 40 SGB XI)
Die wichtigste Förderquelle: Die Pflegekasse gewährt bis zu 4.180 € pro Maßnahme als Zuschuss für wohnumfeldverbessernde Maßnahmen. Voraussetzung ist ein anerkannter Pflegegrad (mindestens Pflegegrad 1).
Leben mehrere Pflegebedürftige in einem Haushalt, kann der Zuschuss bis zu 4 × 4.180 € = 16.720 € betragen.
KfW-Förderung
Die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) bietet im Rahmen des Programms „Altersgerecht Umbauen“ zinsgünstige Kredite für barrierefreie Umbauten – auch ohne Pflegegrad.
Ob zusätzlich ein KfW-Zuschuss verfügbar ist, hängt von der aktuellen Haushaltslage ab. Prüfen Sie den aktuellen Stand direkt auf der KfW-Website.
Landesförderprogramme
Viele Bundesländer bieten zusätzliche Zuschüsse oder zinsgünstige Darlehen für den altersgerechten Umbau. Die Konditionen variieren je nach Bundesland und Fördertopf.
Erkundigen Sie sich bei Ihrer Gemeinde- oder Kreisverwaltung nach regionalen Fördermöglichkeiten.
Wichtig: Förderungen von Pflegekasse, KfW und Landesprogrammen lassen sich grundsätzlich kombinieren. So können Sie die Eigenbeteiligung an einem umfangreichen Badumbau deutlich reduzieren. Stellen Sie alle Anträge vor Beginn der Baumaßnahmen – nachträgliche Anträge werden in der Regel abgelehnt.
Zuschuss der Pflegekasse beantragen – in 4 Schritten
Der Antrag bei der Pflegekasse ist unkomplizierter, als viele denken. Wichtig ist, dass Sie die richtige Reihenfolge einhalten:
01
Kostenvoranschläge einholen
Lassen Sie sich von einem oder mehreren Fachbetrieben für barrierefreies Bauen beraten und detaillierte Kostenvoranschläge erstellen.
02
Antrag bei der Pflegekasse stellen
Formloser Antrag genügt – schriftlich, telefonisch oder online. Legen Sie die Kostenvoranschläge und eine Beschreibung der geplanten Maßnahmen bei.
03
Genehmigung abwarten
Die Pflegekasse prüft den Antrag und teilt Ihnen das Ergebnis schriftlich mit. Erst nach der Genehmigung dürfen Sie mit dem Umbau beginnen.
04
Umbau durchführen & abrechnen
Beauftragen Sie den Fachbetrieb, lassen Sie den Umbau durchführen und reichen Sie die Rechnungen bei der Pflegekasse ein. Der Zuschuss wird direkt erstattet.
Achtung: Beginnen Sie niemals mit dem Umbau, bevor die Genehmigung vorliegt. Nachträgliche Anträge werden von den Pflegekassen in aller Regel abgelehnt. Auch die KfW fördert nur Maßnahmen, die zum Zeitpunkt der Antragstellung noch nicht begonnen wurden.
Was kostet ein barrierefreier Badumbau?
Die Kosten variieren stark – je nach Umfang der Maßnahmen, Größe des Badezimmers und regionalen Handwerkerpreisen. Hier eine Orientierung:
| Maßnahme | Geschätzte Kosten |
|---|---|
| Bodengleiche Dusche (inkl. Einbau) | 3.000 – 6.000 € |
| Erhöhte Toilette / Dusch-WC | 500 – 3.000 € |
| Unterfahrbares Waschbecken | 800 – 2.000 € |
| Haltegriffe & Stützklappgriffe | 50 – 300 € pro Stück |
| Rutschhemmende Bodenfliesen | 40 – 80 € pro m² |
| Türverbreiterung | 500 – 1.500 € |
| Komplettumbau (alle Maßnahmen) | 8.000 – 15.000 € |

Selbst wenn die Gesamtkosten den Zuschuss der Pflegekasse übersteigen: Durch die Kombination aus Pflegekasse (4.180 €), KfW-Kredit und ggf. Landesförderung lässt sich die Eigenbeteiligung auf ein Minimum reduzieren. Zudem steigert ein barrierefreies Bad den Wert der Immobilie – eine Investition, die sich langfristig rechnet.
Besondere Regelung: Mehrere Pflegebedürftige im Haushalt
Wenn mehrere Personen mit Pflegegrad in einem Haushalt leben – etwa ein pflegebedürftiges Ehepaar – kann jede Person den vollen Zuschuss von 4.180 € beantragen. Bei zwei Pflegebedürftigen stehen damit bis zu 8.360 € zur Verfügung, bei vier Personen sogar bis zu 16.720 €.
Diese Regelung macht einen umfangreichen Badumbau finanziell deutlich leichter. Wichtig: Es muss nachgewiesen werden, dass die Maßnahme die Pflege aller betroffenen Personen erleichtert.
Tipp: Die 4.180 € gelten pro Maßnahme, nicht einmalig pro Person. Verschlechtert sich der Pflegebedarf und eine weitere Anpassung wird nötig, kann erneut ein Zuschuss beantragt werden – zum Beispiel wenn nach dem Duschumbau später noch ein Treppenlift benötigt wird.
5 Tipps für Ihren erfolgreichen Badumbau
- Vorausschauend planen. Berücksichtigen Sie nicht nur den aktuellen Pflegebedarf, sondern auch eine mögliche Verschlechterung. Eine bodengleiche Dusche mit ausreichend Platz für einen Duschstuhl ist zukunftssicherer als die Minimalvariante.
- Fachbetrieb wählen. Beauftragen Sie einen Betrieb mit Erfahrung im barrierefreien Bauen. Holen Sie mindestens zwei Angebote ein und achten Sie auf Referenzen.
- Betroffene einbeziehen. Die pflegebedürftige Person sollte bei der Planung mitentscheiden – sie kennt ihre Einschränkungen am besten. Ein Ergotherapeut kann zusätzlich beraten.
- Materialien klug auswählen. Hochwertige, pflegeleichte und langlebige Materialien sparen langfristig Geld. Bei Fliesen auf Rutschhemmung R10 oder höher achten.
- Alle Förderquellen ausschöpfen. Pflegekasse, KfW und Landesprogramme lassen sich oft kombinieren. Lassen Sie sich bei einer Pflegeberatungsstelle über alle Möglichkeiten informieren.
Ihre persönliche Pflegebox – monatlich und bequem nach Hause geliefert.
- Kostenlos: Ab Pflegegrad 1 und häuslicher Pflege
- Flexibel: Passen Sie Ihre Box jederzeit an Ihre Bedürfnisse an.
- Einfach: Bestellen Sie bequem online und verwalten Sie Ihre Lieferungen im Kundenportal.
- Sorglos: Alles, was Sie für Ihre Pflege benötigen, in einer Box.
- Zuverlässig: Monatliche Lieferung direkt zu Ihnen nach Hause.

Kein Pflegegrad? So gehen Sie vor
Auch ohne Pflegegrad ist ein barrierefreier Umbau möglich – die Finanzierung muss dann aber aus anderen Quellen kommen. Die KfW-Förderung „Altersgerecht Umbauen“ steht allen Eigentümern und Mietern offen, unabhängig vom Alter oder einer Pflegebedürftigkeit.
Falls Sie oder ein Angehöriger körperliche Einschränkungen haben, die eine Pflegeeinstufung rechtfertigen könnten, lohnt sich ein Antrag auf einen Pflegegrad. Bereits ab Pflegegrad 1 haben Sie Anspruch auf den vollen Umbau-Zuschuss von 4.180 € – und zusätzlich auf weitere Leistungen wie den Entlastungsbetrag von 131 €/Monat und kostenlose Pflegehilfsmittel im Wert von 42 €/Monat.
Häufige Fragen zum Badumbau mit Förderung
Fazit: Barrierefreies Bad mit Förderung realisieren
Ein barrierefreier Badumbau ist eine der wirkungsvollsten Maßnahmen, um die Pflege zu Hause sicherer und einfacher zu gestalten. Mit dem Zuschuss der Pflegekasse von bis zu 4.180 € pro Maßnahme (§ 40 SGB XI) ist die finanzielle Hürde deutlich niedriger, als viele denken – und durch die Kombination mit KfW-Förderung und Landesprogrammen lässt sich die Eigenbeteiligung weiter senken.
Der wichtigste Grundsatz: Erst beantragen, dann umbauen. Holen Sie Kostenvoranschläge ein, stellen Sie den Antrag bei der Pflegekasse und warten Sie die Genehmigung ab. So stellen Sie sicher, dass Sie die Ihnen zustehende Förderung auch tatsächlich erhalten.
Weitere Informationen zu wohnumfeldverbessernden Maßnahmen, zum Badezimmer umbauen oder zur pflegefreundlichen Badgestaltung finden Sie in unseren weiterführenden Ratgebern.
Pflegebox bestellen: Entlastung für die Pflege zu Hause
Ergänzen Sie den Komfort im Alltag mit kostenlosen Pflegehilfsmitteln. Bestellen Sie jetzt Ihre individuelle Pflegebox und erhalten Sie monatlich Produkte im Wert von bis zu 42 €.


