Pflege & Gesundheit
Wundliegen (Dekubitus) bei Pflegebedürftigen
Ratgeber zu Ursachen, Symptomen, Behandlung und Vorbeugung von Druckgeschwüren bei der Pflege zu Hause.
Wundliegen (Dekubitus) ist nicht nur extrem schmerzhaft, sondern kann auch den allgemeinen Gesundheitszustand sowie die Lebensqualität pflegebedürftiger Menschen erheblich beeinträchtigen. In diesem umfassenden Ratgeber klären wir auf, was Dekubitus genau ist, wie er entsteht und welche Risikofaktoren eine entscheidende Rolle spielen. Unser Fokus liegt darauf, Ihnen als Angehörige praktische Tipps und Strategien zur effektiven Vorbeugung und richtigen Handhabung an die Hand zu geben.
Was ist eigentlich Wundliegen?
Ein Dekubitus ist eine gravierende Schädigung der Haut und des darunterliegenden Gewebes, die fast ausschließlich durch starken, anhaltenden Druck entsteht. Dieser statische Druck behindert die örtliche Durchblutung derartig, dass die betroffenen Zellen nicht mehr ausreichend mit lebensnotwendigem Sauerstoff und Nährstoffen versorgt werden und folglich absterben. Betroffen sind vor allem markante Körperstellen, an denen Knochen nah unter der dünnen Haut liegen (beispielsweise Fersen, äußere Knöchel, Hüften, das Steißbein, Schulterblätter und manchmal auch der Hinterkopf).
Zentrale Ursachen & Risikofaktoren
Ein Dekubitus entsteht nie asymptomatisch. Der Hauptauslöser bleibt anhaltender Druck. Verschiedene Begleitfaktoren begünstigen die Entstehung jedoch erheblich:
- Langes Sitzen oder permanente Bettlägerigkeit: Fehlt die natürliche Bewegung, lastet das
eigene Körpergewicht permanent auf wenigen Stellen. - Schlechte Ernährung & Flüssigkeitsmangel: Ein Mangel an Nährstoffen und Eiweiß schwächt
das Gewebe sowie die Regenerationsfähigkeit. - Beständige Feuchtigkeit auf der Haut: Haut wird durch Urin (bei Inkontinenz) oder ständiges
Schwitzen aufgeweicht und wehrt sich weniger gegen Infektionen. - Reibung und Scherkräfte: Entstehen beispielsweise, wenn eine Person unsanft im Bett
hochgezogen wird und dabei Hautschichten gegeneinander verrutschen. - Vorerkrankungen: Vor allem Diabetes sowie ausgeprägte Durchblutungs- und
Sensibilitätsstörungen erhöhen das Druckgeschwür-Risiko massiv.
Die 4 Stadien von Dekubitus
Ein Dekubitus entwickelt sich oftmals schleichend in vier deutlich abgrenzbaren Stadien. Eine frühzeitige Erkennung ist das absolute A und O, um den Prozess umzukehren.
I. Stadium 1 & 2
Stadium 1: Es zeigt sich eine anhaltende Hautrötung bei intakter Epidermis. Das tückische: Drückt man kurz mit dem Finger darauf, wird die Hautstelle anschließend nicht weiß, sondern bleibt rot. Die Stelle ist oftmals merklich wärmer und bereits verhärtet.
Stadium 2: Es liegt eine oberflächliche Wunde mit bereits sichtbarem Hautverlust vor. Das Bild variiert von einer mit Flüssigkeit gefüllten Blase bis hin zu handfesten Hautabschürfungen.
II. Stadium 3 & 4
Stadium 3: Hier kommt es zu einem sehr bedrohlichen, vollständigen Verlust der Hautschichten. Es bilden sich teils gefährliche, kraterförmige Wunden herab bis in das subkutane Unterhautfettgewebe.
Stadium 4: Das dramatischste Stadium, gekennzeichnet durch einen unumkehrbaren massiven Gewebsverlust. Die Zerstörung reicht tief bis in Muskelschichten und legt Knochen, Sehnen oder Kapseln frei.
Prävention: So beugen Sie Dekubitus effektiv vor
Dekubitusprophylaxe erfordert Aufmerksamkeit und Konsequenz. Die besten Mittel zur Verhinderung einer Druckstelle lauten:
- Konstante Positionswechsel (Umlagern): Pflegebedürftige, die dauerhaft im Bett liegen, sollten
nach Anleitung idealerweise alle zwei Stunden fachmännisch umgelagert werden. Kleine
Mikro-Positionsveränderungen können dies passend ergänzen. - Druckentlastende Hilfsmittel nutzen: Investieren Sie bzw. lassen Sie sich
Antidekubitusmatratzen und bewährte Lagerungskissen verschreiben. Achten Sie streng auf Fersenfreilagerung. - Schonende Hautpflege etablieren: Nutzen Sie hautneutrale (pH 5,5) und milde Reinigungsprodukte
ohne aggressive Tenside. Hautfalten müssen besonders sorgfältig – und absolut trocken – gehalten werden. - Intime Hygiene bei Inkontinenz: Nässende Haut weicht sofort auf. Ein häufiger Wechsel von
Inkontinenzhosen und der gezielte Einsatz von Barrierecremes sind unumgänglich, um die Hautpartien trocken und
intakt zu bewahren.
Wie unterstützt die Pflegebox bei der Prophylaxe?
Eine klassische Pflegebox (zum Nulltarif durch die gesetzliche Pflegekasse ab Pflegegrad 1 zu beziehen) bietet im häuslichen Bereich die perfekten Utensilien, um Hautreizungen direkt zu minimieren:
- Saugstarke Bettschutzeinlagen: Diese sorgen in der Nacht für eine zuverlässige Isolation gegen
potenziell austretenden Schweiß oder auslaufenden Urin. Feuchtigkeit kann der Haut somit kaum etwas anhaben.
- Einmalhandschuhe und Desinfektion: Unerlässlich für die hochhygienische Handhabung von
Pflegecremes oder gar die Hilfe bei einem leichten Wundversorgungswechsel.
Beachten Sie jedoch: Bei konkreten, tiefgehenden Dekubitus-Wunden wird die Wundreinigung mit speziellen sterilen Kochsalzlösungen und modernen Wundauflagen (feuchte Wundheilung oder Schaumstoffauflagen) durch ärztliche Verordnungen und professionelle Pflegedienstleister übernommen. Chirugische Eingriffe (Debridement) sind das absolut letzte, aber manchmal lebensrettende Mittel im vierten Stadium.
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