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Ratgeber · Häusliche Pflege

Pflege zu Hause: Der umfassende Ratgeber für pflegende Angehörige

Rund 5 Millionen Menschen in Deutschland werden zuhause gepflegt – die meisten von Angehörigen. Dieser Ratgeber zeigt Ihnen, welche Unterstützung Ihnen zusteht, wie Sie den Pflegealltag organisieren und warum Ihre eigene Gesundheit genauso wichtig ist.

  • kostenlose Pflegebox mit Pflegegrad 1-5
  • monatlich frei Haus geliefert

Häusliche Pflege auf einen Blick

~5 Mio.

Menschen werden in Deutschland zuhause gepflegt – der Großteil von Angehörigen.

347–990 €

Pflegegeld pro Monat je nach Pflegegrad – als finanzielle Anerkennung für die Pflege.

42 €/Monat

Für Pflegehilfsmittel zum Verbrauch – kostenfrei über die Pflegekasse (§ 40 SGB XI).

Was bedeutet häusliche Pflege?

Häusliche Pflege bedeutet, dass ein pflegebedürftiger Mensch in seiner gewohnten Umgebung versorgt wird – im eigenen Zuhause, bei Angehörigen oder in einer betreuten Wohnform. Die Pflege übernehmen dabei Familienmitglieder, Freunde, Nachbarn oder ehrenamtliche Helfer, oft ergänzt durch ambulante Pflegedienste.

Die Aufgaben sind vielfältig: von der Körperpflege (Waschen, Anziehen, Toilettengänge) über die Medikamentengabe und Mahlzeitenzubereitung bis hin zur emotionalen Begleitung und Alltagsorganisation. Hinzu kommen Arztbesuche, Anträge bei der Pflegekasse und die Koordination mit Pflegediensten oder Therapeuten.

Gut zu wissen: Die Pflegeversicherung unterscheidet zwischen häuslicher Pflege durch Angehörige (Anspruch auf Pflegegeld) und häuslicher Pflege durch professionelle Dienste (Anspruch auf Pflegesachleistungen). Beides lässt sich auch kombinieren.


Die größten Herausforderungen für pflegende Angehörige

Die Pflege eines nahestehenden Menschen ist bereichernd – aber auch eine enorme Belastung. Wer die Herausforderungen kennt, kann gezielt gegensteuern.

Zeitliche Belastung

Die Pflege kann schnell zum Vollzeitjob werden – neben dem eigenen Beruf, Haushalt und Familie. Viele pflegende Angehörige reduzieren ihre Arbeitszeit oder geben den Job ganz auf.

Körperliche Anstrengung

Heben, Umbetten, beim Gehen stützen: Die körperlichen Anforderungen sind hoch. Ohne richtige Technik und Hilfsmittel drohen Rückenschmerzen und Überlastung.

Psychische Belastung

Sorgen um den Angehörigen, Schuldgefühle, soziale Isolation: Die emotionale Last ist oft schwerer als die körperliche. Burnout bei pflegenden Angehörigen ist keine Seltenheit.


Angehörige unterstützt Seniorin im sicheren Wohnumfeld

Wohnung sicher gestalten: Sturzrisiko senken

Ein sicheres Zuhause ist die Grundlage für gute häusliche Pflege. Schon kleine Anpassungen können Stürze verhindern und den Alltag erleichtern:

  • Stolperfallen beseitigen: Lose Teppiche, Kabel und Schwellen entfernen oder sichern
  • Badezimmer anpassen: Haltegriffe, rutschfeste Matten und ggf. einen Duschsitz installieren
  • Beleuchtung verbessern: Nachtlichter im Flur und Bad, helle Beleuchtung in allen Räumen
  • Hilfsmittel nutzen: Rollator, Pflegebett, Toilettensitzerhöhung – vieles wird von der Kasse bezahlt

Tipp: Für wohnumfeldverbessernde Maßnahmen (§ 40 SGB XI) stehen bis zu 4.180 € je Maßnahme zur Verfügung – unabhängig vom Pflegegrad. Den Antrag stellen Sie bei Ihrer Pflegekasse.


Finanzielle Unterstützung: Diese Leistungen stehen Ihnen zu

Die Pflegeversicherung bietet ein umfangreiches Leistungspaket für die häusliche Pflege. Die folgenden Beträge gelten seit dem 1. Januar 2025 (PUEG-Anpassung +4,5 %) und sind auch 2026 unverändert gültig.

LeistungBetrag (ab 2025)Rechtsgrundlage
Pflegegeld (PG 2–5)347 € – 990 €/Monat§ 37 SGB XI
Pflegesachleistungen (PG 2–5)796 € – 2.299 €/Monat§ 36 SGB XI
Entlastungsbetrag (PG 1–5)131 €/Monat§ 45b SGB XI
Pflegehilfsmittel zum Verbrauch42 €/Monat§ 40 SGB XI
Verhinderungspflege (PG 2–5)1.685 €/Jahr§ 39 SGB XI
Kurzzeitpflege (PG 2–5)1.854 €/Jahr§ 42 SGB XI
Wohnumfeldverbesserungbis 4.180 € je Maßnahme§ 40 SGB XI

Alle Leistungen sind kombinierbar. Bei der sogenannten Kombinationspflege (§ 38 SGB XI) können Sie Pflegegeld und Pflegesachleistungen anteilig miteinander verbinden – ideal, wenn Sie einen ambulanten Pflegedienst für bestimmte Aufgaben nutzen und den Rest selbst übernehmen.

Gut zu wissen: Der Entlastungsbetrag von 131 €/Monat steht allen Pflegebedürftigen ab Pflegegrad 1 zu – auch wenn kein Pflegegeld gezahlt wird. Nicht genutzte Beträge können ins Folgejahr übertragen werden (bis 30. Juni).


Pflege organisieren: So gelingt der Alltag

Eine gute Organisation ist das Fundament für nachhaltige häusliche Pflege. Diese vier Schritte helfen Ihnen, den Überblick zu behalten:

01

Pflegegrad beantragen

Ohne Pflegegrad keine Leistungen. Stellen Sie den Antrag bei Ihrer Pflegekasse – formlos per Telefon oder E-Mail. Notieren Sie das Datum: Ansprüche gelten ab dem Tag der Antragstellung.

02

Pflegeberatung nutzen

Sie haben ein Recht auf kostenlose Pflegeberatung (§ 7a SGB XI). Pflegestützpunkte und Beratungsstellen helfen Ihnen, den Überblick über Leistungen und Angebote in Ihrer Region zu bekommen.

03

Aufgaben verteilen

Pflege ist keine Ein-Personen-Aufgabe. Sprechen Sie mit Familie und Freunden über eine faire Aufteilung. Erstellen Sie einen Wochenplan, der feste Zuständigkeiten und Vertretungsregelungen festlegt.

04

Entlastung einplanen

Nutzen Sie Verhinderungspflege (1.685 €/Jahr) und Kurzzeitpflege (1.854 €/Jahr) für geplante Auszeiten. Tagespflege entlastet Sie regelmäßig, ohne dass das Pflegegeld gekürzt wird.


Selbstfürsorge: Warum Ihre Gesundheit genauso zählt

Pflegende Angehörige neigen dazu, die eigenen Bedürfnisse hintenanzustellen. Dabei ist Selbstfürsorge keine Schwäche – sie ist die Voraussetzung dafür, dass Sie langfristig pflegen können, ohne selbst krank zu werden.

  • Regelmäßige Arztbesuche: Ignorieren Sie eigene Beschwerden nicht – Vorsorge ist kein Luxus
  • Ausreichend Schlaf: Schlafmangel verstärkt jede Belastung. Organisieren Sie Nachtvertretungen
  • Bewegung und Ernährung: Auch kurze Spaziergänge und bewusste Mahlzeiten machen einen Unterschied
  • Soziale Kontakte: Isolation ist eine der größten Gefahren. Halten Sie Freundschaften aktiv
  • Professionelle Hilfe: Psychologische Beratung oder Selbsthilfegruppen geben Halt in schwierigen Phasen

Wichtig: Pflegende Angehörige haben Anspruch auf kostenlose Pflegekurse (§ 45 SGB XI). Dort lernen Sie rückenschonende Techniken, den Umgang mit Hilfsmitteln und erhalten emotionale Unterstützung.

Familie im Gespräch über Pflegeorganisation am Küchentisch

Unterstützungsangebote: Sie sind nicht allein

Neben den finanziellen Leistungen der Pflegekasse gibt es zahlreiche weitere Anlaufstellen, die pflegende Angehörige entlasten:

Pflegestützpunkte

Neutrale, kostenlose Beratung zu allen Fragen rund um Pflege, Leistungen und regionale Angebote. In den meisten Städten und Landkreisen vorhanden.

Ambulante Pflegedienste

Professionelle Unterstützung stundenweise oder täglich – von der Grundpflege über die Behandlungspflege bis zur hauswirtschaftlichen Versorgung.

Selbsthilfegruppen

Der Austausch mit Menschen in ähnlicher Situation kann enorm entlastend sein. Viele Gruppen treffen sich auch online.


Die Pflegebox: Monatlich kostenfreie Pflegehilfsmittel

Wer zuhause gepflegt wird, hat ab Pflegegrad 1 Anspruch auf Pflegehilfsmittel zum Verbrauch im Wert von bis zu 42 € pro Monat (§ 40 SGB XI). Das sind Produkte, die im Pflegealltag täglich gebraucht werden:

  • Einmalhandschuhe für die hygienische Pflege
  • Händedesinfektion und Flächendesinfektion
  • Bettschutzeinlagen zum Schutz von Matratze und Bettwäsche
  • Schutzschürzen und Mundschutz

Mit der Pflegebox von sanus-plus erhalten Sie diese Produkte monatlich kostenfrei nach Hause geliefert. Wir stellen die Box individuell zusammen und rechnen direkt mit Ihrer Pflegekasse ab – für Sie entstehen keine Kosten.


Häufige Fragen zur Pflege zu Hause

Pflegebox kostenfrei bestellen

Mit der Pflegebox nutzen Sie Ihren monatlichen Anspruch auf Pflegehilfsmittel zum Verbrauch (§ 40 SGB XI). Wir stellen die Box individuell zusammen, liefern kostenfrei nach Hause und rechnen direkt mit Ihrer Pflegekasse ab.

Lieferung der Pflegebox an die Haustür