sanus-plus pflegebox

Monatlich Kostenlose Pflegehilfsmittel

  • im Wert von 40
  • bei Pflegegrad 1 zur 5
  • an Sie geliefert

Depressionen – Formen, Symptome und Behandlung

Bei Am 04.12.2023

sanus-plus pflegebox

Monatlich Kostenlose Pflegehilfsmittel

  • im Wert von 40
  • bei Pflegegrad 1 zur 5
  • an Sie geliefert

Eine Depression ist eine schwere psychische Erkrankung, die in jedem Alter auftreten kann. Betroffene fühlen sich niedergeschlagen, verlieren ihre Interessen und sind energie- und freudlos. Ohne Behandlung verbessert sich die Krankheit nur selten, da sie über einen langen Zeitraum bestehen bleibt. Des Weiteren sind Betroffene in der Regel stark in ihrem Alltag eingeschränkt.

Welche Formen von Depression gibt es?

Es gibt verschiedene Formen von Depressionen. Unterschieden werden sie durch die Art und Häufigkeit der Symptome, die Ursache und durch persönlichkeitsspezifische Merkmale.

Unipolare Depression

Die unipolare Depression ist die „klassische Variante“. Über einen Zeitraum von mehreren Wochen oder Monaten treten typische Symptome wie Traurigkeit oder Antriebslosigkeit auf. Mit der richtigen Therapie lassen sich die Beschwerden wieder gut in den Griff bekommen, aber nach einiger Zeit ohne Beschwerden besteht jedoch die Gefahr, dass eine neue depressive Episode auftritt.

Bipolare Depression

Bei der bipolaren Depression wechseln sich depressive Phasen mit manischen Phasen ab. Manische Phasen sind vor allem durch ein übermäßiges Hochgefühl, überdrehtes Verhalten und Maßlosigkeit gekennzeichnet.

Dysthymie

Hier sind die depressiven Symptome weniger stark ausgeprägt, aber halten über einen langen Zeitraum an. Diese Form wird daher auch als „chronische Depression“ bezeichnet. Für die Diagnose müssen depressive Symptome mindestens zwei Jahre vorliegen.

Winterdepression

Manche Menschen werden durch die dunkle Jahreszeit depressiv, und das jedes Jahr wieder. Winterdepressionen zählen zu den saisonal auftretenden Störungen (SAD = seasonal affective disorder). Symptome sind Antriebslosigkeit, Interessenverlust und Niedergeschlagenheit. Nicht zu verwechseln ist die Winterdepression mit dem Winterblues. Mehr zu den Unterschieden lesen Sie hier: Winterblues.

Depressionen bei Kindern und Jugendlichen

Bei Kindern und Jugendlichen äußern sich Depressionen oft durch Traurigkeit, Rückzug oder auch Wutanfällen. Insbesondere in der Pubertät, in der viele körperliche und hormonelle Änderungen stattfinden, sind junge Menschen besonders anfällig für Depressionen.

Altersdepression

Im Alter erleben viele Menschen Verluste: Das Ausscheiden aus dem Berufsleben, das Gefühl, nicht mehr gebraucht zu werden, der Verlust von geliebten Menschen oder Einsamkeit. Dadurch können einige Menschen in eine Depression stürzen.

Postnatale Depression

Auch während der Arbeit und nach der Geburt kann es bei einigen Frauen zu einer Depression kommen.

Agitierte Depression

Bei dieser Depressionsform laufen Betroffene unruhig umher und haben Luftnot oder Herzrasen. Menschen mit dieser Art der Depression haben ständigen Bewegungsdrang und sind hektisch und ziellos.

Atypische Depression

Hier lassen sich negative Stimmung durch positive Ereignisse verbessern. Auch ein gesteigerter Appetit und ein starkes Bedürfnis tagsüber zu schlafen, gehören zu den Anzeichen. Betroffene geben sich häufig sehr theatralisch und sind leicht zu kränken.

Welche Symptome hat eine Depression?

Symptome können sich je nach Art der Depression unterscheiden. Zu den typischen Hautsymptomen zählen:

  • Niedergedrückte Stimmung: Betroffene leiden unter einer tiefen Niedergeschlagenheit, die fast ununterbrochen vorhanden ist und mind. zwei Wochen am Stück anhält.
  • Verlust von Interessen und innere Leere: Betroffene empfinden keine Freude oder andere Gefühle. Sie fühlen sich leer und gefühlstot. Sie verlieren zudem ihr Interesse an Hobbys, sozialen Kontakten oder Arbeit. Positive Erlebnisse verbessern die Stimmung nicht.
  • Antriebslosigkeit und Müdigkeit: Menschen mit Depressionen sind nur schwer in der Lage, alltägliche Aufgaben zu bewältigen, weil sie sich ständig physisch und psychisch erschöpft fühlen. Damit wird selbst das morgendliche Aufstehen zu einem Kraftakt. Müdigkeit wird zum Normalzustand.

Folgende Symptome treten auch oft als Nebensymptome auf:

  • Starke Selbstzweifel
  • Schuldgefühle und Selbstvorwürfe
  • Konzentrations- und Aufmerksamkeitsstörungen
  • Extremes Schlafbedürfnis oder Schlafstörungen
  • Starke innere Unruhe
  • Verlust des sexuellen Interesses

Depressive Symptome bei Männern

Bei Männern werden Depressionen seltener diagnostiziert, was zum Teil daran liegt, dass sich Depressionen bei Männern häufig anders äußern als bei Frauen. Häufige Symptome sind hier Aggressionen, starke Reizbarkeit, geringe Impulskontrolle und geringe Stresstoleranz.

Betroffene Männer gehen zudem oft mehr Risiko ein, wie zum Beispiel zu schnellem Autofahren, erhöhter Alkoholkonsum oder viel rauchen. Sie sind unzufrieden mit sich und der Welt.

Körperliche Symptome

Häufig gehen Depressionen auch mit körperlichen Symptomen einher, die keine anderen organischen Ursachen haben. Solche Symptome nennt man somatisch. Typische Symptome können sein:

  • Herz-Kreislauf-Beschwerden
  • Kopf- und Rückenschmerzen
  • Magen- und Darmprobleme
  • Schlafstörungen
  • Appetitlosigkeit; manchmal auch gesteigerter Appetit
  • Morgentief
  • Sexuelle Unlust

Ursachen und Risikofaktoren einer Depression

Die Entstehung von Depression ist bis heute noch nicht vollständig geklärt. Man geht davon aus, dass viele verschiedene Faktoren zusammenspielen. Dazu gehören biologische, genetische und psychosoziale Auslöser.

Genetische Einflüsse

Durch Zwillingsstudien konnte gezeigt werden, dass Depressionen auch genetische Ursachen haben. Sind bereits andere Verwandte an einer Depression erkrankt, ist das Risiko um 50% höher, auch an einer Depression zu erkranken. Leidet zum Beispiel die Mutter an Depressionen, dann ist das ein Risikofaktor für das Kind auch an Depressionen zu erkranken.

Es gibt zudem Hinweise darauf, dass sich der Hirnstoffwechsel – der Austausch von Neurotransmittern und elektrischen Impulsen im Gehirn – während einer Depression verändert. Somit könnte ein gestörter Noradrenalin- oder Serotoninspiegel im Gehirngewebe mitverantwortlich für eine Depression sein.

Fehlregulation der Stresshormone

Andere Erklärungsansätze stellen eine Fehlregulation der Stresshormone Adrenalin, Noradrenalin und Cortisol in den Mittelpunkt. Insbesondere ließ sich in der Vergangenheit ein erhöhter Cortisolspiegel bei depressiven Menschen feststellen. Dies kann sowohl Auslöser als auch Folge einer Depressionserkrankung sein.

Stress im Allgemeinen spielt bei einer Depression eine entscheidende Rolle. In Lebensphasen mit viel Stress, wie Pubertät oder Eintritt ins Rentenalter sind mit viel Stress verbunden und gerade in diesen Phasen steigt auch das Depressionsrisiko.

Auch einschneidende Lebensereignisse sind belastend und können Depressionen begünstigen. Dazu gehören negative Erlebnisse wie Jobverlust, Trennungen, Krankheiten oder Verlust von geliebten Personen. Aber auch positive Ereignisse wie eine Beförderung, Geburt des Kindes, Hochzeit etc. können die Wahrscheinlichkeit an einer Depression zu erkranken erhöhen.

Risikofaktor weibliches Geschlecht

Frauen erkranken etwa doppelt so häufig an Depressionen wie Männer. Eine Erklärung könnte sein, dass Frauen aufgrund hormoneller Schwankungen wie sie während des Menstruationszyklus auftreten oder während und nach einer Schwangerschaft, gefährdeter sind.

Außerdem werden Depressionen bei Männern seltener entdeckt, weil sie teilweise andere Symptome zeigen.

Behandlung einer Depression

Depressionen gelten grundsätzlich als heilbar. Dennoch können Betroffene ihre Depression zwar loswerden, aber dann doch wieder einen Rückfall erleiden. Depressionen sollten zeitnah professionell behandelt werden. Je länger die Krankheit besteht, desto schwerer ist es sie therapieren und das Risiko für eine chronische Depression steigt.

Depressionen können je nach Schwere der Krankheit mit Psychotherapie, antidepressiven Medikamenten oder einer Kombination aus beidem behandelt werden.